Nachtkritik Schauspielhaus GrazElfriede Jelineks "Das Licht im Kasten": Lustig ist's im Spiegelkabinett der Mode

Schöner Schwung und feine Sprechdisziplin: Regisseur Franz-Xaver Mayer schickt zehn Darsteller in einen Jelinek-Text, der mit ausgeprägter Kalauer- und Pointenfreude von einem System erzählt, in dem der Mensch niemals genügen kann.

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Jelinek Das Licht im Kasten
"Das Licht im Kasten": Henriette Blumenau, Beatrix Doderer, Evamaria Salcher, Lukas Walcher © SSH/Stella
 

Den Anfang macht ein nackter Mann. Ein Fetzerl in Brillenputztuchgröße artig vorm Gemächt, fängt Oliver Chomik zu schwadronieren an: über verordnete Orgien, Selfies und Selbstbilder, die Anziehungsskraft von Outlets. Die bei minimaler Verhüllung vollzogene Selbstentblößung wird vom Tod persönlich unterbrochen, der den Nackten noch den ganzen Abend lang immer wieder über die Bühne jagen wird. Die komische Szene setzt den Ton für einen ziemlich unterhaltsamen Abend, in dem Tanzbeine geschwungen und Witze gerissen werden, in der eine Pobacke tätowiert, Luftklarinette gespielt und eine Nähmaschine zur Falle wird. Und der ganz im Zeichen Elfriede Jelineks steht.

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