Premierenkritik Burgtheater Peter Handkes „Zdenek Adamec“ an der Burg: Wie man einen Narren macht

Frank Castorf nimmt sich am Burgtheater Peter Handke vor. Dessen "Zdenek Adamec" gerät einmal mehr zur Abrechnung mit dem System. Hier aber mit außerordentlichem Zund.

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++ HANDOUT/ARCHIVBILD ++ FOTOPROBE VON 'ZDEN?K ADAMEC' IM BURGTHEATER
"Zdenek Adamec": formidable Ensembleleistung © APA/BURGTHEATER/MATTHIAS HORN
 

Im März 2003 verbrannte  sich der 18 Jahre alte Zdenek Adamec aus der tschechischen Kleinstadt Humpolec aus Protest gegen demokratische Verwahrlosung und die Herrschaft von „Geld und Macht“ auf dem Prager Wenzelsplatz. An eben jenem Ort, an dem 1968 der Student Jan Palach mit seiner Selbstverbrennung gegen den sowjetischen Einmarsch in die Tschechoslowakei protestierte. Während Palach nach wie vor eine Art Heldenstatus genießt, wurde Adamec‘ Selbsttötung als Wahnsinnsakt abgetan. Sich zu verbrennen, passe nicht in den zeitgenössischen „aufgeklärt-demokratischen Kontext“, hieß es prompt in einem tschechischen Zeitungskommentar. Eine Reaktion, die Adamec in seinem Abschiedsbrief vorausgesehen hatte: „Bitte, macht keinen Narren aus mir!“, stand da zu lesen.

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