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PremierenkritikThomas Bernhards "Heldenplatz" in Graz: Unterdosiert gallig

Franz-Xaver Mayr beschert Graz die erst dritte heimische Produktion von Thomas Bernhards „Heldenplatz“. Die Inszenierung macht aus dem einstigen Skandalstück fast eine Komödie. Da ginge noch mehr.

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Thomas Bernhards "Heldenplatz": neurotische Musikalität in kahlen, fahlen Räumen © SSH/Lex Karelly
 

Der Sog, er wirkt. Noch immer. Schon nach ein paar Minuten treibtman mit im Flow der Worte, in den Wirbeln und Katarakten dieser Zornrede namens „Heldenplatz“, mitgerissen vom Furor und der Sprachkunst Thomas Bernhards. Hingerissen aber auch von der Sprechkunst des Schauspielers Florian Köhler, der hier in Dauerwelle und Trauerbrosche als Frau Zittel auf der Bühne steht, als Wirtschafterin des Wiener Mathematikprofessors Josef Schuster also, der sich jüngst aus dem Fenster seiner Wohnung auf den Heldenplatz hinuntergestürzt hat, aus Verzweiflung über den Judenhass, die Niedertracht und den Stumpfsinn seiner Landsleute.

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