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NachtkritikKarneval der kranken Hirne: Dürrenmatts "Die Physiker"

Regisseurin Claudai Bossard dreht bei Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker" die Rollenverhältnisse um und beschert dem Grazer Schauspielhaus einen fulminant amüsanten Abend.

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Sarah Sophia Meyer, Tamara Semzov und Julia Franz Richter als Dürrenmatts "Physiker" © Schauspielhaus/Johanna Lamprecht
 

Einer hält sich für Einstein, der nächste für Newton, der dritte unterhält sich Tag für Tag mit König Salomon:Bei soviel Irrsin  trifft es sich gut, dass die drei Physiker im Sanatorium von Frl. Dr. Mathilde von Zahnd gut weggeschlossen sind. Obwohl man sagen muss, dass die Betreuungsstatistik nicht gut aussieht für die exklusive Pflegeanstalt: Drei Pflegerinnen sind den Physikern jüngst zum Opfer gefallen, allesamt erdrosselt. Dem Staatsanwalt gefällt das ebenso wenig wie dem ermittelnden Kriminalinspektor. So beginnt Friedrich Dürrenmatts 1962 uraufgeführtes Drama "Die Physiker", längst ein Klassiker des deutschsprachigen Nachkriegstheaters und unter der irreführenden Bezeichnung "Komödie" eine düstere, in Metaphysische auskragende Auseinandersetzung mit dem apokalyptischen Potenzial des Kalten Krieges im nuklearen Zeitalter: "Die Physiker" erzählt von der moralischen Verantwortung der Wissenschaft und den Schrecken eines unaufhaltsamen Fortschritts und wählt dazu das Mittel der Groteske.

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