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Nachtkritik aus BayreuthTannhäuser, die Revolution und das Einhorn am Teich

Zwei Akte lang herrschte aufgeräumte Stimmung im überhitzten Festspielhaus in Bayreuth. Es wurde fröhlich gelacht und am Ende der Akte gar gejubelt über Richard Wagners gar nicht lustigen „Tannhäuser“ in der Sicht von Tobias Kratzer. Dann aber muss etwas schiefgegangen sein.

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Bayreuther Festspiele 2019 - Tannhaeuser
Erste Wagner-Premiere in Bayreuth 2019: Tannhäuser (Stephen Gould) und Venus (Elena Zhidkova) im antiken Citroen © APA/Enrico Nawrath
 

Tobias Kratzer, der Sieger des Ring-Awards 2008 in Graz, der seither schon manch weiteren Preis einheimsen konnte, versucht Kühnes. Statt wieder einmal die abgedroschene Geschichte von der Frau als Hure und/oder Heiliger zu erzählen, von der die Oper auch handelt, sucht er nach Spuren von Wagners großer Lebenswende, die mit der Entstehung des Werks einherging. Der gescheiterte Revolutionär musste sich politisch arrangieren, um sein Werk verwirklichen zu können und so vielleicht indirekt doch noch ein bisschen Politik machen zu können. Die Geschichte vom Troubadour Tannhäuser, der Elisabeth liebt und der Leidenschaft für Frau Venus verfällt, eignet sich durchaus für diese Deutung.

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