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Mathis Huber"Musik soll direkt ins Herz greifen"

Heute (21. Juni) beginnt die styriarte. Intendant Mathis Huber (60) sprach mit uns über große Verwandlungen beim Festival.

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STYRIARTE: MATHIS HUBER
styriarte-Intendant Mathis Huber will „den Reichtum der Musik allen vermitteln“ © APA/KARIN ZEHETLEITNER
 

Herr Jubilar, gatuliere! Heute beginnt ja Ihre bereits 30. styriarte als Intendant.

MATHIS HUBER: Danke, aber das stimmt so nicht. In bin zwar 1990 bestellt worden, aber das erste von mir verantwortete Festival war erst jenes 1991.

Na, Gott sei Dank habe ich keinen Geschenkskorb mitgebracht! Kriegen Sie nächstes Jahr. „Verwandelt“ lautet das Motto Ihrer heurigen Festspiele. Welche Verwandlungen hat denn Ihre styriarte seit 1991 durchgemacht?

MATHIS HUBER: Wir sind groß gestartet als Diener der Kunst, inspiriert von Nikolaus Harnoncourts abgrundtiefer Dienerschaft. Diener sind wir noch immer, aber es hat sich vieles verwandelt, denn Kunst kann nur so lang ihre Wirkung tun, so lang sie vom Publikum auch verstanden wird. Die bürgerliche Welt, in der das grundlegende Musikverständnis Teil der Gesamtbildung ist, bricht ja mehr und mehr weg. Also liegt es an uns Kulturveranstaltern und -vermittlern, uns umzuorientieren und verstärkt zu Dienern der Rezipienten zu werden. Wir und die Künstler als Sender best- und tiefstmöglicher Musik müssen die Empfänger in die Lage versetzen, Profit aus Musikerlebnissen zu ziehen, auch wenn sie als Zuhörer nicht mehr Lust oder Zeit haben, das Gebotene analytisch zu verstehen, sondern einfach genießen und glücklich sein wollen. Und es wäre sinnlos, sich die Gesellschaft wieder herbeizuwünschen, sie wieder herstellen zu wollen, wie sie vor 30, 50, 100 Jahren war.

Kommen Sie damit nicht in den Geruch, quasi eine populistischer Eventmanager zu werden?

MATHIS HUBER: Traditionalisten rümpfen sicher die Nase, dass wir mit unserer Programmierung, die sich vermehrt danach richtet, was das Publikum will und unserer Meinung nach braucht, populärer werden, uns scheinbar anbiedern an Geschmäcker. Vermutlich hätte ich früher auch so gedacht. Ja, riskant wäre es, einfach nur wegen voller Häuser auf Populäres zu schielen. Aber wenn ich den Wert des jeweiligen Projekts kenne, dann habe ich eine Richtschnur. Unsere Richtschnur heißt Nikolaus Harnoncourt. Auch jetzt noch, drei Jahre nach seinem Tod. Diese Richtschnur hat die styriarte ja in der DNA. Somit ist die Gefahr, dass wir uns in Unsinn und Dummheit auflösen, ohnehin nicht gegeben.

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