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Opernstar PeretyatkoGesang mit Sinn und Sinnlichkeit

Olga Peretyatko aus St. Petersburg hat längst einen Fixplatz in der Sopran-Oberliga. Nachzuhören bei der Mozartwoche, in der Staatsoper oder auf zwei neuen Alben.

Weltweit gefeierte Sopranistin: Olga Peretyatko © ALIKHAN PHOTOGRAPHY (HF)
 

Auch wenn sie nicht so aussieht: Vorsicht, diese Frau ist gefährlich! Erstens hat sie Handschlagqualität oder – anders ausgedrückt – den roten Gürtel in Karate. Und zweitens braucht sie in der Früh vier, fünf Espressi: „Vorher sprechen Sie mich besser nicht an!“.

Vorsicht, die Stimme dieser Frau ist gefährlich! Gefährlich schön! Nicht zufällig zählt sie längst zur Sopran-Oberliga und ist auf den größten Bühnen der Welt daheim.

Aber freilich musste auch Olga Peretyatko klein anfangen: Zunächst daheim in St. Petersburg im Kinderchor des Mariinski-Theaters und beim Chorleiterstudium. Und in der Zeit, in der sie sich an der Hanns-Eisler-Hochschule Berlin und im Hamburger Opernstudio den Feinschliff als Sängerin holte, gab sie für ein paar Euro mehr im Studentinnenbörsel Konzerte in Kliniken oder Altersheimen. „Viele Menschen sagten mir damals, ich hätte sie für einen Moment von ihren Schmerzen und ihrer Angst abgelenkt. Seit dem weiß ich, warum ich das mache“, verriet die Russin, die als Kind Ärztin werden wollte, dem Arte-Magazin.

Zur Person

Olga Peretyatko, geboren am 21. Mai 1980 in St. Petersburg/Russland. Studierte Gesang in Berlin, im Studio der Hamburger Staatsoper. Als  Koloratursopran auf allen großen Bühnen der Welt gefeiert, Debüt an der Wiener Staatsoper 2013. www.olgaperetyatko.com


2007 gewann Peretyatko den zweiten Preis beim renommierten, von Plácido Domingo gegründeten Gesangswettbewerb „Operalia“, im selben Jahr reüssierte sie auch beim Festival in Pesaro – als Desdemona in Rossinis „Otello“, neben ihr Juan Diego Flórez in der Hauptrolle. Spätestens ab da ging es direttissima zu den ersten Adressen der Klassikwelt: Mailänder Scala, Salzburger Festspiele, Wiener Staatsoper ...

Stupende Technik, perlende Koloraturen, herrliche Klangfarben, kluge Repertoirewahl, hoch dosierte Leidenschaft: Bei Peretyatko sind Sinn und Sinnlichkeit stets garantiert. Davon kann man sich derzeit gleich mehrfach überzeugen: Am Sonntag bringt die 38-Jährige zum Finale der Mozartwoche in Salzburg berühmte Arien des Genius Loci; dabei steht der Brite Ivor Bolton ebenso am Pult, wie er es für ihre zwei jüngsten Aufnahmen tat (siehe Kasten unten).

Und in zehn Tagen dann Gaetano Donizettis schottisches „Romeo und Julia“-Drama an der Wiener Staatsoper: Da taumelt Olga Peretyatko, wieder mit Tenor Flórez als Edgardo neben ihr, als getäuschte Braut Lucia di Lammermoor in den „emotionalen Käfig“ der Liebe. Samt Wahnsinnsarie natürlich, mit der sie im Vorjahr bei ihrem Rollendebüt an der Metropolitan Opera auch das New Yorker Publikum tief berührte.

Juan Diego Flórez, idealer Bühnenpartner für Peretyatko Foto © Sony/Hohenberg

Informationen

Olga Peretyatko, Mozarteumorchester Salzburg,
Salzburger Bachchor, Ivor Bolton (Dirigent):
3. Februar, 18 Uhr, Stiftung Mozarteum. Karten:
Tel. (0662) 87 31 54, www.mozartwoche.at

Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti.
Dirigent: Evelino Pidò, Regie: Laurent Pelly. Mit Olga Peretyatko (Lucia), Juan Diego Flórez (Edgardo), George Petean (Enrico) u. a. Premiere am 9. Februar, 19 Uhr, Staatsoper Wien. Karten: Tel. (01) 513 1 513. www.wiener-staatsoper.at

CD-Tipp 1: Bei Gabriel Faurés Orchesterliedern fügt sich Peretyatkos sinnlicher Sopran in die von Ivor Bolton und dem Sinfonieorchester Basel ausgebreitete Lyrik klangschön ein.
The Secret Fauré. Orchestral Songs & Suites. Sony.

CD-Tipp 2: Ebenfalls mit Bolton und den Baselern bringt die Russin berühmte Mozart-Arien, aber auch Raritäten von Zeitgenossen wie Giovanni Paisiello oder Tommaso Traetta.
Olga Peretyatko. Mozart+. Sony (ab 8. Februar).

 

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