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PosthumDer "verlorene" Roman von Françoise Sagan

Durchaus unterhaltsam, nicht mehr. Fragmente aus Françoise Sagans Nachlass hat ihr Sohn „zart“ ergänzt: „Die dunklen Winkel des Herzens“ sind nun auch in der deutschen Übersetzung erschienen.

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Francoise Sagan
Archivfoto der Schriftstellerin Françoise Sagan (1935-2004) © AP
 

Von der ersten Seite dieses kurzen, posthumen Werks an hat man eine französische Vorabendserie vor sich. Denn der Schauplatz – ein vom schlechten Geschmack und von der Protzsucht der Hausherrinnen verschandeltes Anwesen in der bourgeoisen Provinz – und die klischeehaften Figuren lassen sofort an eine TV-Soap-Opera denken. Wobei im ersten Drittel dieses unvollendet gebliebenen Romans durchaus ein paar schöne Spitzen enthalten sind, die einen zum Schmunzeln bringen können.
Ersonnen hat Françoise Sagan als eine der Hauptfiguren den Industriellen-Erben Ludovic Cresson, der knapp einen Autounfall überlebt hat und zur Überraschung aller genesen heimkehren kann. Sehr zum Bedauern seiner Frau Marie-Laure, die sich in ihrer Rolle der vermögenden Witwe einfach zu gut gefallen hat. „Für sie war seine Rückkehr eine Katastrophe. Sie hatte eine bewundernswerte Witwe abgegeben“, heißt es, die fortan die zärtlichen Avancen dieses „wiederauferstandenen“ Mannes noch weniger ertragen kann. Wobei ihr seine Leidenschaft schon immer lästig gefallen war. Das bekommt ihr Schwiegervater, Patriarch Henri, mit – und obwohl er und sein Sohn stets den Huren zugetan waren, kann er das so nicht gelten lassen – und greift ein.

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