BuchvorstellungIsabella Archan fühlt dem Kriminerv auf den Zahn

Die Grazer Schauspielerin und Autorin Isabella Archan lebt schon lange in Köln. Von dort aus erobert sie seit einigen Jahren die Krimi-Szene. Ihr neues Buch ist druckfrisch.

Isabella Archan, Der Tod bohrt nach, Emons Verlag, 2018, 13,30 Euro
Isabella Archan, Der Tod bohrt nach, Emons Verlag, 2018, 13,30 Euro © Preis
 

Eine Autorin, die in ihren Krimis eine Zahnärztin zur Heldin macht, muss man einfach danach fragen. Ihre Antwort. "Definitiv, ja. Ich habe Angst vor dem Zahnarzt." Wer Isabella Archan kennt, weiß aber natürlich, dass ihr blöde Fragen nichts ausmachen. Sie lässt sich nicht aus der guten Laune bringen.

Und das ist auch schon ein erster Eindruck, den man von ihrem mittlerweile dritten Ausflug ins "Zahnarztkrimi-Genre" hat. Natürlich geht es bei "Der Tod bohrt nach" gleich zur Sache: Jemand wird vergiftet / Jemand kommt mit furchtbaren Schmerzen zum Zahnarzt / und Zahnärztin Leo steckt Hals über Kopf in einem Entführungsfall samt Leiche.

 

Definitiv, ja. Ich habe Angst vor dem Zahnarzt.

Isabella Archan

Trotzdem kommt einem die gute Laune beim Lesen nicht abhanden. Wie Frau Archan das macht, ist schwer zu entschlüsseln. Es gelingt ihr einfach. Man liest vor sich hin und trotzt dem Summen der Zahnarztinstrumente. Die Morde aber, die wirken kaum auf einen ein, als stünde der Leser selbst unter dem Einfluss der alles dumpf und taub machenden Spritzen...interessant.

Zur Person

Isabella Archan wurde 1965 in Graz geboren. Nach Matura und Schauspieldiplom folgten Theaterengagements in Österreich, der Schweiz und in Deutschland.
Seit 2002 lebt sie in Köln, wo sie eine zweite Karriere als Autorin begann. Ihre Krimis ("Tote haben kein Zahnweh", "Schere 9", "Auch Killer haben Karies" und jetzt auch "Der Tod bohrt nach") verlegt sie im Emons Verlag
Neben dem Schreiben ist Isabella Archan immer wieder in Rollen in TV und Film zu sehen, unter anderem im Kölner »Tatort«, in der »Lindenstraße« und in »Diese Kaminskis« sowie  mit ihrem eigenen Programm zu ihren Krimis auf der Bühne.

Jedenfalls: Isabella Archan litt einst selbst unter einer Spritzenphobie. "In meiner Kindheit begann mein Trauma: Die Spritze wirkte noch nicht und trotzdem bohrte die Zahnärztin weiter. Mit den Worten: Das kannst du doch aushalten, stell dich nicht so an. - Horror!!"

Archan bleibt dem Krimi treu

Dass Dr. Leocardia Kardiff mit Hauptkommissar Zimmer liiert ist, wissen eingefleischte Archan-Leser längst, und dass er prompt auch in diesem Fall ermittelt, ist auch kein großes Geheimnis. Diesmal aber geht ohne die Frau Dr. gar nichts - auch wenn es schon einer Zirkusnummer bedarf, dass sie selbst mit dem Leben davon kommt.

Und wie geht es weiter? Nein, keine Spoilergefahr, denn Archan verrät nur: "Es gibt 2019 einen neuen Krimi mit neuen Hauptfiguren. Mehr darf ich noch nicht verraten. Aber schräg wird's wieder."

Vorerst ist sie aber ohnehin mit ihrem aktuellen Krimi "Der Tod bohrt nach" auf Tour. Ihre "MordsTheaterLesung" führt sie demnächst auch zweimal in die Steiermark: am 24.8. in Leibnitz in die Ordination Dr. Krempl und am 27.9. in die Bibliothek Raaba.

Und in Graz ist sie auch: "Spätestens beim Fine Crime Festival am 1. März."

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