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Graz-Buch der WocheDie Schlacht um den Schloßberg

Heute im Blickpunkt: Stefan Rothbarts "Die letzte Festung". Die Schilderung jener Ereignisse, die einen Wendepunkt in der Grazer Stadtgeschichte markierten.

1809 - die letzte Festung
Stefan Rothbart, 1809 - die letzte Festung, Twentysix Verlag, 500 Seiten, 2015 © Preis
 

Wir schreiben das Jahr 1809. Anstatt Napoleon Bonapartes Armeen zu schwächen stachelt der auf mehreren Fronten zugleich durchgeführte Vormarsch der Habsburger seine Truppen nur noch mehr an. Aus Angst um Wien bricht Erzherzog Johann seinen Feldzug in Italien ab, wird selbst zum Gejagten und setzt alle Hoffnungen in die Festung von Grätz.

Hier wird Major Hackher mit der Verteidigung des Schloßbergs bis zum letzten Mann beauftragt und als die Franzosen schließlich im Spätfrühling in der Stadt eintreffen, bringt sie jeder weitere Tag nur noch mehr in Rage. Sieben Stürme unternahmen die Franzosen, jeder weitere leidenschaftlicher und wütender als jener davor. Sie verschanzten sich in den Bürgerhäusern der Stadt, schossen auf jeden sich bewegenden Schatten hinter den Schießscharten, doch den Schloßberg konnten sie nicht einnehmen. 

Stefan Rothbart entpuppt sich in der detailreichen Schilderung des historischen Verlaufs  als versierter Erzähler. Wenngleich seine Szenen vorrangig von den geschichtlichen Ereignissen vorangetrieben werden und weniger von der eigenen Dramaturgie des Plots, lässt einen die Lektüre so leicht nimmer los. Sie packt einen am Kragen und zerrt einen von Scharmützel zu Scharmützel, von Schicksal zu Schicksal.

Ein detailgetreuer Bericht des Schlachtsverlaufs
Ein detailgetreuer Bericht des Schlachtsverlaufs Foto © Preis

Rothbart versteht es durchaus, sich die Ereignisse jener Tage zu Nutze zu machen. Geschickt verwebt er den bis heute wenig durchleuchteten Charakter des Festungskommandanten Hackher, mit dem historischen Datenmaterial und macht aus ihm eine glaubhafte Figur. Überhaupt gelingt es ihm, die Vergangenheit in Worten lebendig werden zu lassen.

In den Kriegswirren des Jahres 1809
In den Kriegswirren des Jahres 1809 Foto © Preis

Dieses Buch ist für Grazer selbst überaus lesenswert, weil es eine Menge über diese Stadt enthüllt. Nicht-Grazer finden in der Lektüre zumindest einen durchaus interessanten Kriegsroman.

Kurzum: "Die letzte Festung" schildert eine dramatische Epoche von Graz von der man bis heute ohnehin viel zu wenig weiß. 

 

 

 

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