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Zum 100. Geburtstag des Dichters Josef Haslinger: "Erich Fried war ein großer Humanist"

Schriftsteller Josef Haslinger über den politischen Aktivisten und „Liebes-Lyriker“ Erich Fried, der am Donnerstag, 6. Mai, seinen 100. Geburtstag hätte.

Erich Fried (1921-1988) wäre am 6. Mai 100 Jahre alt geworden
Erich Fried (1921-1988) wäre am 6. Mai 100 Jahre alt geworden © (c) imago images
 

Haben Sie Erich Fried noch persönlich gekannt oder nur über sein Werk Zugang zu ihm?
JOSEF HASLINGER:
Ja, ich habe ihn noch persönlich gekannt. Ich war  Mitte der 1970er-Jahre Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Wespennest“ und Erich Fried war so freundlich, dass wir seinen Namen als ständigen Mitarbeiter führen durften. Das war er zwar nicht, aber er hat uns doch relativ häufig Texte geschickt. Damals hatte Erich Fried für mich Vorbildcharakter als engagierter Autor. Er war einer, der sich eingemischt hat. Weniger in Österreich, hauptsächlich in Deutschland. Dort gab es in den 70ern natürlich die ganze RAF-Geschichte, da hat er sich manchmal auch etwas verrannt, weil er eine Zeitlang die Selbstmorde der Mitglieder infrage gestellt hat. Er war in der Friedensbewegung engagiert. Als österreichischer Exilautor hat er sich hauptsächlich in die deutsche Politik eingemischt. Er wurde ja in Deutschland fast als deutscher Autor wahrgenommen – und wurde als engagierter Autor in einem Atemzug mit Günter Grass oder Heinrich Böll genannt.

Kommentare (1)
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zweigerl
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Dogmatiker, was sonst?

Fried war Dogmatiker, der zugespitzt hat und kaum je differenzierte. Ein Lyriker, der ins Urteilen und in die Radikalität (Baader-Meinhoff,, Kühnen) vernarrt war und durch sein selbstherrliches Auftreten und sein unglaubliches Stimmorgan trotz körperlicher Kleinheit viel von sich hermachte. Vergessen? Der ist ein Lesebuchautor und wird von den Linksintellektuellen bis in alle Ewigkeit gehätschelt werden. Übrigens verfügt auch Haslinger über eine markante sonore Stimme.