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Interview mit Paolo Rumiz"Dante feiert das Leben"

Italien gedenkt heute seines größten Dichters. Der Triestiner Schriftsteller Paolo Rumiz erklärt, warum Dante Alighieri bis heute die Menschen fasziniert.

Der Schriftsteller Paolo Rumiz in seiner Wohnung in Triest
Der Schriftsteller Paolo Rumiz in seiner Wohnung in Triest © Stefan Winkler
 

Italien lässt mitten in der Pandemie heute seinen Nationaldichter Dante Alighieri hochleben. Wie kommt es, dass ein Mensch, der vor 700 Jahren starb, noch immer so lebendig ist?
PAOLO RUMIZ: Dante feiert in seiner Dichtung das Leben – die Liebe, die fleischlichen Begierden, die Trauer und den Schmerz. Die Zeit, von der er spricht, ist das Heute, sein Weltbild wirkt atemberaubend modern. Wir leben in einer Gegenwart voller Müllberge, in der die menschliche Präsenz für die Natur unerträglich geworden ist. „L’aiuola che ci fa tanto feroci“ nennt Dante in der „Commedia“ unseren Planeten: „Das Fleckchen Erde, das uns so wild macht.“ Wie recht er doch hat! Wir Menschen sind wie die Ameisen: Wir führen auf engstem Raum Kriege, versklaven und fressen uns gegenseitig auf.

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