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Mit Videointerview und LesungSchriftstellerin Nava Ebrahimi: "Das Paradies meines Nachbarn kann meine Hölle sein"

Im neuen Roman „Das Paradies meines Nachbarn“ von Nava Ebrahimi geht es um zersplitterte Identitäten und Verwüstungen – nicht nur zu Kriegszeiten. Die in Graz lebende Autorin im Interview und Lesung aus ihrem Buch, das nächst Woche erscheint.

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Die Schrifstellerin Nava Ebrahimi lebt seit acht Jahren in Graz
Die Schrifstellerin Nava Ebrahimi lebt seit acht Jahren in Graz © (c) Juergen Fuchs
 

Beginnen wir mit dem Titel und einer Szene aus Ihrem Roman: Kindersoldaten werden im Iran-Irak-Krieg in den 1980er-Jahren mit dem Versprechen, nach ihrem Tod im Paradies zu erwachen, mit dem Bus in den Heiligen Krieg geschickt.
NAVA EBRAHIMI: Ja, und Ali Najjar, eine der Hauptfiguren des Romans, sitzt in diesem Bus, er ist damals 13 Jahre alt und sinniert über sein ganz persönliches Paradies, in dem er den ganzen Tag Fußball spielen und Eis essen kann. Dann aber denkt er sich: „Mein Sitznachbar stellt sich das Paradies sicher ganz anders vor. Sollte es so sein, dass jeder sein Paradies selbst gestalten konnte?“ Ja, kommt Ali Najjar zum Schluss, denn schließlich konnte das Paradies seines Sitznachbarn seine Hölle sein. Den Titel habe ich gewählt, weil ich mich viel damit beschäftige, wie wir auf diesem Planeten unser aller Zusammenleben gestalten können; wie das ist mit der Verantwortung füreinander und wie wir hier in Frieden und Saus und Braus leben können, während in der Nachbarschaft die schlimmsten Dinge passieren. Und durch die Globalisierung ist ja die ganze Welt zur Nachbarschaft geworden. Wir können nicht mehr sagen: Das ist so weit weg, das geht uns nichts an. Das Beziehungsgeflecht hat sich radikal geändert. Wir sind alle zusammengerückt, ob uns das gefällt oder nicht.

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