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Buch der Woche Marlene Streeruwitz und die Stunde der Abrechnung

„Flammenwand.“ von Marlene Streeruwitz: ein Rundumschlag im Zeichen des Zorns. Er gilt dem desolaten Frauenbild und der heimischen Politik.

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EROeFFNUNG DES LITERATURFESTIVALS 'O-TOeNE' MIT EINER LESUNG VON MARLENE STREERUWITZ
"Vorgebeugt das Elend weiterzerren": Marlene Streeruwitz © APA
 

Da geht sie also ihrer Wege, einer Winterreise gleich. Kreuz und quer durch Stockholms Innenstadt führen die Pfade von Adele, knapp über fünfzig Jahre alt. Nicht die herrschende Kälte macht ihr zu schaffen, sondern der Seelenfrost. Verursacht durch eine Beziehung, die meist ohnedies nur eine Entziehung gewesen ist. „Das Einsacken ins Gehen schieben. Vorgebeugt das Elend weiterzerren“, so beschreibt Marlene Streeruwitz die Haltung ihrer Protagonisten.
Man könnte es auch, im markanten, eigenwilligen Stil der Autorin, als „Fort. Bewegung.“ bezeichnen. Fort will Adele von all den Täuschungen. Demütigungen und Lügen, die Bewegung braucht sie, um ihre innere Balance und die verlorene Selbstkontrolle wieder zu finden. Wut, Verzweiflung, Hass auf die eigene Gutgläubigkeit, Zorn über die Rollenklischees der Frauen in der erneut auf Werkseinstellung geschraubten Gesellschaft treiben sie voran.

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