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Neue BücherKrimi- und Thriller-Nachschub aus Österreich

Die Verbrechensrate ist hoch wie nie zuvor. Und unter den Tätern sind überproportional viele Österreicher. Jede Woche gibt es neue Fälle, mit denen es die hiesigen Buchhändler zu tun bekommen.

© (c) EPA (Simone Neumann)
 

 

Science-Thriller um die Wohlstands-Formel: "Gier" von Marc Elsberg

Der 1967 geborene Wiener Marc Elsberg zählt seit seinen Bestsellern "Blackout" und "Zero" zu den Größen des Wissenschafts-Thrillers. Der ehemalige Strategieberater und Kreativdirektor beschäftigt sich mit den Problemzonen unserer Gesellschaft und dreht sie ins Dystopische weiter. In seinem soeben erschienenen neuen Thriller lässt er einen Nobelpreisträger eine Formel für allgemeinen Wohlstand finden, mit der mathematisch bewiesen wird: Kooperation ist besser als Konkurrenz. Doch kurz vor seiner mit Spannung erwarteten Rede, bei der er seine Entdeckung verkünden will, sterben er und sein Assistent bei einem vorgetäuschten Autounfall. Die Gier einzelner ist größer als die Chance auf Gerechtigkeit für alle.
(Marc Elsberg: "Gier - Wie weit würdest du gehen?", blanvalet, 448 Seiten, 24,70 Euro, ISBN: 978-3-7645-0632-2; http://marcelsberg.com/)

Der einarmige Detektiv ist zurück: "Der schlaflose Cheng" von Heinrich Steinfest

Der in Stuttgart lebende Wiener Heinrich Steinfest (Jahrgang 1961) ist für seine fantasievollen Romane mit surrealem Touch beliebt. Jetzt lässt er zur Freude der Fans seinen 1999 erfundenen einarmigen Wiener Privatdetektiv Markus Cheng nach neun Jahren Pause wieder ermitteln. "Der schlaflose Cheng" ist der fünfte Fall des sympathischen Eigenbrötlers. Er beginnt in Mallorca. Dort lernt Chang einen Mann kennen, der als Synchronstimme des englischen Weltstars Andrew Wake arbeitet. Ein Jahr später wird der Synchronsprecher wegen Mordes an Wake zu lebenslanger Haft verurteilt, und seine Tochter bittet Cheng, die Unschuld ihres Vaters zu beweisen.
(Heinrich Steinfest: "Der schlaflose Cheng. Sein neuer Fall", Piper Verlag, 316 Seiten, 16,50 Euro, ISBN 978-3-492-06148-3, Erscheint am 1. März. Lesung am 27. März, 19.30 Uhr, bei Hartliebs Bücher, Wien)

Erster Fall für Inspektor Bussi: "Der Tote im Schnitzelparadies" von Joe Fischler

"Sein Name ist Bussi. Arno Bussi. Aber 'Herr Polizist' ist ihm lieber." So beginnt der 1975 geborene Innsbrucker Autor Joe Fischler, der rund um die Kriminalbeamtin Valerie "Veilchen" Mauser eine Alpenkrimi-Reihe etabliert hat, seine neue Reihe, in deren Zentrum ein männlicher Protagonist steht. Ein Gspusi mit der Frau des Innenministers trägt Inspektor Bussi eine Strafversetzung vom Bundeskriminalamt in Wien ins hinterste Tiroler Gebirgstal ein. Die 600 Kilometer "Anreise nach eigenem Ermessen" bewältigt der unkonventionelle Herr Polizist mit der eigenen Vespa, und auch sonst ist vieles anders als man von herkömmlichen Krimis gewohnt ist. Nicht nur ist "Der Tote im Schnitzelparadies" der Bürgermeister von Vorderkitzlingen, dessen Kopf tiefgefroren in der Tiefkühltruhe eines Ausflugslokals in Hinterkitzlingen gefunden wird, sondern ist Inspektor Bussi tagelang bei seinen immer weiter eskalierenden Ermittlungen auf sich allein gestellt, weil ein Unwetter samt Murenabgängen das Tal vom Rest der Welt abschneidet. Ein Lesevergnügen, das für Bussi mit der Ehrenbürgerschaft und dem lebenslangen Recht auf Gratisschnitzel endet.
(Joe Fischler: "Der Tote im Schnitzelparadies. Ein Fall für Arno Bussi", KiWi-Taschenbuch, 10,30 Euro, 304 Seiten, ISBN: 978-3-462-05151-3; Buchpräsentation: 8.3., Wagnersche Buchhandlung, Innsbruck, Museumstr. 4)

Siebenter Fall für Inspektor Gasperlmaier: "Letzter Stollen" von Herbert Dutzler

250.000 verkaufte Exemplare von bisher sechs Büchern belegen die Beliebtheit des von dem in Schwanenstadt lebenden Autor Herbert Dutzler (Jahrgang 1958) ersonnenen tollpatschigen Altausseer Polizisten Franz Gasperlmaier. Sein siebenter Fall führt ihn nun unter Tage: Ausgerechnet an Gasperlmaiers Geburtstag kommt ein Tourist nicht von der Führung aus dem Schaubergwerk Salzwelten zurück. Als der Vermisste bald darauf tot aufgefunden wird, ist der Fall damit keineswegs geklärt. Im Gegenteil. Auch "Letzter Stollen" verfügt über jene Zutaten, die speziell in Österreich das Erfolgsrezept ausmachen: starker Regionalbezug der Handlung, ein liebenswürdiger Held mit menschlichen Schwächen und mehr als je eine Prise Humor und Gemütlichkeit.
(Herbert Dutzler: "Letzter Stollen. Ein Altaussee-Krimi", Haymon, 400 Seiten, Paperback, 12,95 Euro, ISBN 978-3-7099-7910-5)

Zweiter Fall für Inspektor Worschädl: "Kalter Kristall" von Thomas Baum

Seit dem Vorjahr hat auch der versierte Linzer Drehbuchschreiber Thomas Baum ("In 3 Tagen bist du tot", "Tatort", "Die Rosenheim-Cops" etc.) einen eigenen Kommissar im Feld. Der kauzige Chefinspektor Robert Worschädl bekommt es nun in seinem zweiten Fall mit einer verkohlten Frauenleiche zu tun, die als ermordete Prostituierte identifiziert wird. Bei den Ermittlungen mischen auch Worschädls Gattin Karoline und seine Kollegin Sabine Schinagl mit. Doch gemütlich ist da gar nichts, im Gegenteil: Bald führen die Ermittlungen nicht nur ins Grenzgebiet zwischen dem Mühlviertel und Tschechien, sondern auch in die Finsternis des Darknet. Die spektakulären Verfolgungsjagden und schnellen Schnitte haben dabei einen Vorteil: Sie sind Kopfkino und müssen nicht erst aufwendig vor der Kamera inszeniert werden.
(Thomas Baum: "Kalter Kristall", Haymon, 352 Seiten, Paperback, 12,95 Euro, ISBN 978-3-7099-7913-6)

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