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Buch der Woche Was der Mensch vom Axolotl lernen kann

Wie der Igel dem Kapitalismus die Stacheln zeigt und warum der Axolotl der König der Askese ist. Autor Florian Werner zeigt in "Die Weisheit der Trottellumme": Tiere sind einfach die besseren Philosophen.

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Ein kleiner Philosoph: Axolotl
Ein kleiner Philosoph: Axolotl © APA/AGRARIUM (AGRARIUM)
 

Es ist das ewige Märchen-Dilemma: Der Mensch schaut in den Spiegel und fragt sich: Wer ist schöner, schneller, stärker? Sss, das erinnert ein bisschen an das Züngeln einer Schlange, aber die hätte im Gegensatz zum Menschen den Braten längst gerochen: Der ewige Wahnsinn von Expansion und Expression – kann das gut gehen? Autor Florian Werner meint: Nein, man halte sich besser an die Tierwelt, dort kann man in Sachen philosophischer Lebensführung noch so einiges lernen.

Da wäre etwa der Axolotl, der mexikanische Schwanzlurch, der auf ewig in seiner Metamorphose verharrt und nie das finale Ende erreicht. Ach, was könnte er für eine prachtvolle Amphibie werden. Aber er will nicht. Er wackelt mit seinen Bürsteln links und rechts und bleibt ein Axolotl. Philosophisch gesehen ist das sehr weise. Er verweigert sich nämlich der Illusion einer „zweiten Welt“, wie sie der Philosoph Robert Pfaller entworfen hat. Eine Art Parallelwelt, in der wir mit unseren Tagträumen leben und der Alltagswelt, der „ersten Welt“, entfliehen. Bis dahin ist alles gut, doch wehe, wir versuchen, diese Utopien zu verwirklichen! So sollten wir wissen: Die Realität ersetzt die schöne Illusion. Und wie der Axolotl weiß, ist die Illusion immer schöner als die Realität. Im Gegensatz zum Menschen hat der Axolotl das kapiert. Er bleibt in der ersten Welt und träumt davon, dass er eine „zweite Welt“ haben könnte – wenn er wollte, aber wir wissen: Er will nicht.

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