Der österreichische Schauspieler Florian Teichtmeister wird bei der Staatsanwaltschaft Wien wegen Besitz von Kinderpornografie angeklagt. Das bestätigt Christina Salzborn, Vizepräsidentin des Landesgerichtes Wien, auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Teichtmeister, der in Filmen wie "Corsage" oder Serien wie "Die Toten von Salzburg" Erfolge feierte und Ensemblemitglied am Burgtheater ist, wird von den Star-Anwälten Philipp Wolm und Michael Rami vertreten.

Strafantrag eingebracht

Laut "Heute.at" soll Teichtmeister 58.000 Kinderporno-Dateien gesammelt haben. "Das ist korrekt", sagt Salzborn und fügt hinzu: "Ich kann bestätigen, dass die Staatsanwaltschaft Wien einen Strafantrag gegen Teichtmeister wegen kinderpornografischen Materials eingebracht hat." Teichtmeister habe diese Daten zwischen 2008 und 2021 gesammelt. "Bis dato war Teichtmeister in dem Ermittlungsverfahren geständig", fügt Salzborn hinzu. Anwalt Michael Rami, der Teichtmeister medienrechtlich berät, lässt wissen, dass sich "Florian Teichtmeister (...) im Hauptverfahren schuldig bekennen" werde und fügt hinzu: "Er übernimmt somit die volle Verantwortung für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, möchte aber festhalten, dass ihm ein rein "digitales" Delikt vorzuwerfen ist, er also keinerlei strafbare Handlungen gegen Menschen gesetzt hat."

Das Verfahren gegen den Schauspieler werde Anfang Februar eröffnet. "Der Strafrahmen beträgt bis zu zwei Jahre", sagt Salzborn. Laut seinen Anwälten trage er "die volle Verantwortung für die Vorwürfe". Teichtmeister soll an Drehorten auch Fotos von minderjährigen Darstellern gemacht haben – daraus hätte er, ergänzt um Sprechblasen mit pornografischen Inhalten, Collagen gemacht. Seine Lebensgefährtin soll eines dieser Bilder entdeckt haben und den Fall zur Anzeige gebracht haben.

Während er strafrechtlich von Philipp Wolm verteten wird, betreut ihn Michael Rami medienrechtlich. "Florian Teichtmeister wird sich im Hauptverfahren schuldig bekennen. Er war im gesamten Ermittlungsverfahren geständig, hat immer mit den Behörden kooperiert und befindet sich seit zwei Jahren in psychologischer Behandlung, mit deren Hilfe es ihm gelungen ist, seine seelischen Probleme aufzuarbeiten, die ihn zum Besitz der besagten Dateien gebracht hatten."

Der ORF nimmt mit sofortiger Wirkung von Herstellung und Ausstrahlung von Produktionen mit Florian Teichtmeister Abstand.

Das Burgtheater Wien, Teichtmeister ist dort Ensemblemitglied, hat ebenso eine Stellungnahme herausgegeben: "Mit großem Entsetzen haben wir durch die Medien von den Ermittlungsergebnissen und dem anstehenden Strafverfahren gegen Florian Teichtmeister erfahren. Die Presseerklärungen seiner Anwälte sprechen von ‚geständig‘ und ‚schuldig bekennen‘, es besteht für uns daher kein Zweifel, dass wir mit sofortiger Wirkung Florian Teichtmeister entlassen." In der Aussendung des künstlerischen Direktors Martin Kušej und des kaufmännischen Direktors  Robert Beutler wird noch hinzugefügt: "In der Zwischenzeit hat Florian Teichtmeister sein Arbeitsverhältnis mit dem Burgtheater mit sofortiger Wirkung beendet. Bis zum heutigen Tag lagen uns keine Grundlagen für eine arbeitsrechtliche Konsequenz vor, es gilt in Österreich die Unschuldsvermutung."