Der Hubert-von-Goisern-Kulturpreis 2022 wird am 27. Mai in Radstadt (Pongau) vergeben. Aus den 135 Einreichungen hat eine fünfköpfige Jury heuer drei Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Die Ausgezeichneten heißen Alicia Danner (Wien), Ingrid Hofer (Lustenau) und Marcus Hinterberger (Saalbach). Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis wird zunächst für außerordentliches Engagement und Leistungen im Bereich Kunst und Kultur, insbesondere aber in der Musik vergeben.

Er soll – so der Stifter – außerdem inspirierte und inspirierende Menschen unterstützen und innovative Lösungen und Ideen fördern, die dem Gemeinwohl zugutekommen. "Ich selbst wurde in meinen mittellosen Anfangszeiten von vielen Leuten unterstützt. Und diese Leute taten das, weil sie an das glaubten, was ich mache", schreibt Hubert von Goisern über das Motiv für den Preis. Er wolle Menschen unterstützen, die sich künstlerisch auf eine Art und Weise mit der Welt auseinandersetzen, die er für spannend und wichtig hält. Der Preis wird heuer zum fünften Mal vergeben.

Die in Wien lebende britisch-österreichische Sängerin und Musikerin Alicia Danner (1992), die sich auf der Bühne Alicia Edelweiss nennt und die ihre Karriere als Straßenmusikantin startete, beweise "Mut zum Seltsamen", schreibt die Jury in ihrer Begründung. Dem "lächerlichen alpinen Klischee, das im Blumennamen mitschwingt, wird flott und schräg der Teufel ausgetrieben". Die Multi-Instrumentalistin – sie spielt Akkordeon, Gitarre, Klavier und Ukulele – stelle sich gegen "jeden Traditionskram" und bringe ihre theatralische Ader nicht nur in den Songs, sondern auch in schrägen Outfits und auch mit dem Hauch von Varieté zum Ausdruck.

Übersetzt in Gebärdensprache

Die Vorarlbergerin Ingrid Hofer (1976) erhält den Preis, weil sie gehörlose und hörende Kinder zum Tanzen bringt. Sie hat ihre erste CD mit Kinderliedern zu einer Tanz- und Bewegungs-DVD erweitert – übersetzt in die Österreichische Gebärdensprache. "Es ist ein Pilotprojekt, das in der Gehörlosen-Community seinesgleichen sucht", so die Jury. Es fördere die Sensibilisierung für ein Thema, das – um es mit einem Wortspiel zu formulieren – noch allzu oft überhört werde. Hofer kreiere Chancen, um an einem künstlerischen, unterhaltsamen und auch spielerisch lehrreichen Programm mitmachen zu können.

Der dritte Preisträger im Bunde ist der Pinzgauer Marcus Hinterberger (Jahrgang 2000), der zu einem "veritablen Held in der Welt der sozialen Medien" wurde. Mit seinem "Ischgl Blues" prangerte er die Auswüchse des Tourismus an, im "Bürgermeister Blues" ein Jahr später kritisierte er die Widmungspraxis in den Urlaubsregionen. Hinterbergers Songs "sind beseelt von einem Widerstandsgeist gegen eine Gesellschaft, in der das Geschäft einiger weniger über das Gemeinwohl gestellt wird", heißt es in der Begründung. Es gelinge ihm, mit klaren und einfachen Worten die Tradition des Protestsongs fortzusetzen – dazu brauche er nichts als seine Gitarre.