LieferschwierigkeitenKein Papier für Bücher: Den Verlagen geht das Papier aus

Kein Papier, um Bücher zu drucken? Die Rohstoffknappheit betrifft nicht nur Branchen wie den Bau, sondern auch den Druckerei- und Verlagsbereich.

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Der Papiermangel wird auch bei der morgen beginnenden Frankfurter Buchmesse ein großes Thema sein. © APA/AFP/DANIEL ROLAND
 

In der aktuellen "Versorgungskrise" hätten sich "Lieferzeiten drastisch erhöht - auf das Doppelte bis Dreifache", erklärte Alexander Potyka (Picus Verlag), Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbandes, gegenüber der APA. Für ihn sei das "erst der Anfang einer Entwicklung, die die Branche herausfordern wird".

Im anstehenden Weihnachtsgeschäft könnte es passieren, dass aufgrund der aktuellen Situation vor allem erfolgreiche Titel, "bei denen die ursprüngliche Auflage also nicht ausreicht", teils nicht erhältlich sein werden. "Dieser Umsatz ist dann aber für immer verloren und kaum im neuen Jahr aufzuholen", so Potyka. Andererseits hätte die Papierkrise auch "gravierende Preiserhöhungen in der Produktion" zur Folge gehabt, weshalb er auch von künftigen Auswirkungen für die Branche ausgeht.

Ähnlich formulierte es Claudia Romeder, Verlagsleiterin Residenz Verlag, jüngst im "anzeiger"-Magazin des Hauptverbands des österreichischen Buchhandels. Für Neuerscheinungen im Herbstprogramm gebe es aufgrund rechtzeitiger Bestellungen zwar kein Problem, aber für Nachdrucke könnten sich Engpässe ergeben. "In einem Fall musste ich eine neue Druckerei suchen, die noch ausreichend Papier vorrätig hatte, um die Lieferbarkeit zu gewährleisten", so Romeder. "Essenzieller wirkt es sich jedoch auf die Kosten des Druckes aus, und wir werden für die Frühjahrsproduktion 2022 die Erhöhung der Preise in aller Konsequenz mitkalkulieren müssen."

Entwarnung gab hingegen Gerald Watzal, Präsident des Verbandes Druck Medien: "In unserer Druckerei haben wir die Lager noch rechtzeitig aufgefüllt. Auch gelingt es uns, Kunden von einer kurzfristigen Papieränderung zu überzeugen." Schwieriger werde es hingegen mit Preissteigerungen bei öffentlichen Ausschreibungen, da man hier vertraglich gebunden sei. Eine Möglichkeit zur Überwindung von Engpässen sieht er im Hochfahren von Maschinen für holzfreie Papiere. "Ich gehe nicht davon aus, dass es beim Nachdrucken von Auflagen Probleme gibt."

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