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Egyd Gstättner denkt querUnterwegs mit Uschi um den See

Egyd Gstättner würde mit der Wörthersee-Botschafterin Uschi Glas gerne einen Ausflug machen.

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Das ehrwürdige, aber dem Verfall preisgegebene Hotel Wörthersee in Klagenfurt © Markus Traussnig
 

Liebe Uschi Glas, wie schön, dass es Sie gibt, charmant, offen, ohne Anflug von Allüren mit ihrer immer gleichen 53-Kilo-Top-Figur und den Charity-Aktionen. Und jetzt sind Sie – ich höre und staune und juble – tatsächlich auch noch zur „Wörthersee-Botschafterin“ bestellt worden! Respekt! Nur frage ich mich, welche Wörthersee-Botschaften Sie denn wem überbringen. Ich würde Sie so gerne ein bisserl fortbilden, Frau Botschafterin!
Vielleicht trennen Sie sich einmal kurz von Milliardärin Ingrid Flick und unternehmen in Ihrem pinkfarbenen Etui-Kleid mit mir einen Ausflug rund um den See. Dann zeige ich Ihnen, dass man vom See nichts sieht, weil 80 Prozent des Ufers – in privater Hand – und verbarrikadiert sind. Ich erzähle Ihnen dabei zwischen Landschaft, Lebensgefühl, tollem Essen und tollen Leuten gern von den unzähligen Schandtaten, die Sie dann bitte weitererzählen! Von den „Filetstücken“ am Ufer, von den Immobilienhaien, von den Waffenindustriellen … Als Höhepunkt unserer Erkundungstour schlage ich, liebe Uschi Glas, vor, dass wir nicht die Stufen zum Schlosshotel Velden hinaufsteigen, sondern durch eines der zerbrochenen Fenster ins Schlosshotel Wörthersee in Klagenfurt einsteigen und uns kundig machen: Von außen und auf den ersten Blick sieht das Hotel nur verfallen aus wie ein ausrangierter Bahnhof oder eine seit Langem still gelegte Fabrik.
Ins Innere gestiegen zeigt sich aber sofort, wie abbruchreif und einsturzgefährdet das gesamte Anwesen ist. Die Hotelruine implodiert! Der Boden voller Schutt und Scherben, Holzbretter, morsch oder verkohlt. Die meisten Decken bis auf die Traversen eingebrochen: Was früher einmal Parterre (Empfangshalle, Rezeption, Salon, Speisesaal), erster und zweiter Stock (die Gästezimmer) gewesen sein mochte, ist jetzt eine einziges großes Loch. Jedenfalls kann man vom Parterre durch alle Stockwerke bis hinauf unters Dach sehen, und wüsste man es nicht besser, könnte man denken, im Inneren des Hotels sei eine Bombe detoniert, liebe Frau Uschi. Die politisch Verantwortlichen des Badestädtchens haben dieses großartige Monument verkommen und verfallen lassen und dann aus Fantasielosigkeit an einen Privatmann verkauft, der so lange mit dem ohnmächtigen Denkmalschutzamt streitet, bis kein Denkmal mehr zu schützen ist, weil es eingestürzt ist, und dann hat der Investor für seine Appartements freie Hand.
Tragen Sie bitte diese Botschaft in die Welt hinaus, liebe Uschi Glas! Vielleicht erklärt man das Hotel zum „Lost Place“, widmet es als Abenteuerattraktion und verlangt Eintritt? Was meinen Sie, Frau Botschafterin?

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