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"Alfred Wurbala"Kabarettist Alexander Bisenz mit 59 Jahren gestorben

Der Wiener Kabarettist Alexander Bisenz ("Alfred Wurbala") ist mit 59 Jahren gestorben.

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Alexander Bisenz (1962.2021) © (c) imago/SKATA (imago stock&people)
 

Begonnen hatte Alexander Bisenz seine Karriere einst als Zauberer, Feuerschlucker und Bauchredner. Später machte er sich als Kabarettist und Maler einen Namen. Apropos Namen: Bekanntheit erlangte auch sein Alter Ego "Alfred Wurbala", das Bisenz jahrelang begleitete. Die vier Jahrzehnte seien "sehr schnell vergangen", stellte Bisenz 2017 aus Anlass seines 40-jährigen Bühnenjubiläums fest und veröffentlichte einen Buch-Rückblick mit dem Titel "Der Bisenz". Seine Tonträger erreichten insgesamt 2 x Platin und 5 x Gold-Auszeichnungen in Österreich. In seinen erfolgreichsten Zeiten spielte er bis zu 250 Shows pro Jahr. In den 90-er Jahren kam er durch Christian Ludwig Attersee zur Malerei.

Am vergangenen Samstag ist der vielseitige Künstler im Alter von nur 59 Jahren in seiner Wahlheimat St. Pölten nach schwerer Krankheit verstorben.

Obwohl sein Großvater Theaterdirektor und sein Vater Schauspieler war, hatte er selbst als Autodidakt begonnen. Er mußte sogar: Gerade als er seinen Vater brauchte, um in die Geheimnisse der Schauspielerei eingeweiht zu werden, starb dieser. Ab 16 Jahren wurde Bisenz zum Alleinkämpfer, nahm private Schauspielunterricht und besuchte Seminare für Mimik, Tanz, Parodie und Gesang.

Bisenz trat 1986 mit seiner ersten Show „Ewig junge Helden“ an die Öffentlichkeit. Es folgte das Programm „Auszuckt“ (Winter 1987), mit dem er 1990 auf seine erste große Österreich-Tournee ging. Ab 1991 trat die kultige Kunstfigur Alfred Wurbala immer stärker in den Vordergrund. Sein Alter Ego blieb fixer Bestandteil der Programme. Seine erste CD „Auszuckte Gfrasta“ (1991) bescherten ihm mit mehr als 50.000 verkauften Exemplaren den Platinstatus. Ab diesem Zeitpunkt begann Bisenz die österreichische  Kabarettszene neu aufzumischen.

Im Jahr 2001 wurde ihm der Jakob-Prandtauer-Preis für Wissenschaft und Kunst der Stadt St. Pölten verliehen. Bis zuletzt war Alexander Bisenz auch weiterhin als Maler und Designer (vom Keramik-Mosaik-Tisch bis zur Baum-Skulptur) aktiv. Ein Zitat des Universalkünstlers: „Ich bin ein Grenzgänger. Das Leben ist viel zu kurz, um nur ein Ding zu machen.“

Schlagartig verschlechtert hatte sich der Gesundheitszustand des Multitalents im Vorjahr, als Bisenz einen Herzinfarkt erlitt: "Die Ärzte hatten alles erdenklich Mögliche getan. Da die Lage lebensbedrohlich war, wurde ich nach allen Checks noch am selben Tag vier Stunden lang operiert. Ich bekam drei Bypässe", schilderte der Künstler damals gegenüber "Heute" die dramatischen Ereignisse.

 

Kommentare (3)
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altbayer
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11
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Herr Polster.....

.... 3 Eigenschaften zu ihrer Person:
"I bin schnöh, groß, topfer und intelligent......"

Das wird immer im Gedächtnis abgespeichert bleiben.

dieRealität2020
6
10
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Der Herr möge sich seiner Seele annehmen.

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Wenn ich diese Zeile lese: Seine erste CD „Auszuckte Gfrasta“ (1991) bescherten ihm mit mehr als 50.000 verkauften Exemplaren den Platinstatus. Dann fällt mir ein wenn ich Platin lese. Was das eigentlich in Österreich für eine Bedeutung hat. Kein direkter Zusammenhang zu Bisenz.
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Nach u.a Farkas Waldbrunn Böhm, habe ich auch die ersten Schritte von Resetarits gesehen, der tatsächlich zu den Größten (vielseitige Themen und zutreffende Darbietung) in der Szene in Österreich gehört und aus meiner Sicht an den nur mehr wenige anschließen können.
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Haider, Dorfer, Düringer und dann kommt ein kleines Loch und dann der Rest. Der nicht weniger gutes Kabarett bietet, aber einen sehr spezifischen Zuschauerkreis u.a. Bundes-ländermäßig besitzt. Auch Bisenz hae ich mit meiner Freundin in einigen Vorstellungen in den letzten Jahren gesehen.
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Darum müssen sich die Deutschen seit Jahrzehnten immer mehr Österreichische Kabarettisten ausleihen. Jetzt sagt man ja Comedians. Wobei hier Nuhr auf weiter Flur mit u.a. Appel steht. Appelt. Generell Allrounder. Auch hier ist der Rest eher Bundes-ländermäßig besetzt.

migelum
0
26
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Alles Gute Herr Bisenz...

...was haben wir mit ihnen gelacht!

Z.B. die Baustellengeschichte:

"...wir haum an Maurer ghobt, der woa die meiste Zeit so fett, der hod beim Auwerfen die Mauer ned amoi troffen".

"Sog i zum Fliesenleger:heast Oida, des is ka Fugn, des is a Bundesstroßn".

Oder: "A Tupferl, a Gaberl, a Scheißerl, a Goi und heit foahrns mitn BMW bis in Elfmeter eine".