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Juristisches NachspielKünstler wollen Festspiele Reichenau nach Absage klagen

38 von 41 Ensemble-Mitgliedern kündigten Gang zum Arbeitsgericht an. Intendantenehepaar Loidolt wehrt sich.

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Das Intendantenehepaar Renate und Peter Loidolt wehrt sich gegen die Vorwürfe des Ensembles
Das Intendantenehepaar Renate und Peter Loidolt wehrt sich gegen die Vorwürfe des Ensembles © Festspiele Reichenau
 

 

Die Absage der diesjährigen Auflage der Festspiele Reichenau könnte für die Veranstalter ein juristisches Nachspiel haben. 38 von 41 Ensemble-Mitgliedern kündigten laut Medienberichten an, ihre Verträge auf dem Rechtsweg einzuklagen und vors Arbeitsgericht zu ziehen. Das Intendantenehepaar Renate und Peter Loidolt ging am Mittwoch in die Offensive, wehrte sich gegen die Vorwürfe und verwies erneut auf die Unfinanzierbarkeit des Betriebs aufgrund der Corona-Richtlinien.

Als eine Art Sprachrohr der Künstler fungierte Autor und Schauspieler Nicolaus Hagg. Absagen, obwohl Vorstellungen möglich wären, und das mit "gekündigten Verträgen ohne Abfindungen", sei eine unsolidarische Vorgangsweise, sagte er dem ORF. Das Ensemble sei bereit gewesen, im Rahmen der bestehenden Verträge zusätzliche Vorstellungen zu spielen, um insgesamt mehr Karten verkaufen zu können, wurde Hagg vom "Standard" zitiert. Zudem hätten die Künstler - zum Ausgleich der verkürzten Probezeit - freiwillig und unversichert in Eigenregie geübt.

Die Aussagen Haggs wollten die Loidolts so nicht stehen lassen, ein Konter via Festivalhomepage war am Mittwoch die Folge. Die nun erklärte Bereitschaft, zusätzliche Vorstellungen kostenlos zu spielen, zeuge "von der völligen Unkenntnis des Ensembles über die tatsächliche Nachfrage nach Karten im zweiten Corona-Jahr und von der Hauptsache, nämlich ausreichend viele Zuschauer aufzubringen um die Gagen und alle anderen mit den Aufführungen verbundenen Kosten zahlen zu können". Weiters habe es in all der Zeit der Überlegungen über die Durchführung der 2021er-Auflage "kein konkretes Angebot gegeben, das eine Minderung der Gagen, die noch in den 'guten Zeiten' von 2019 vereinbart wurden, bedeutet hätte".

Der Bericht des Rechnungshofes

Geraten wurde den Künstlern, "sich um einen Ersatz des Verdienstentgangs bei der öffentlichen Hand" zu bemühen - "wie alle von der Pandemie schwer getroffenen Einzelpersonen und Betriebe". Erneut verwiesen Renate und Peter Loidolt auch auf Corona-Bestimmungen, die nicht mehr als 50 Prozent Saalauslastung zulassen. So könne "der Festspielbetrieb nicht finanziert werden". Betont wurde abermals auch, dass sich das Paar "aus Altersgründen" vollständig zurückziehe. Es werde seitens des Landes und in Abstimmung mit der Gemeinde an einer Neuaufstellung ab der Saison 2022 gearbeitet.

Erst am Freitag war ein Endbericht des Rechnungshofes (RH) bekannt geworden, in dem die Empfehlung an das Land Niederösterreich ging, von einer weiteren Förderung der Festspiele Reichenau Ges.m.b.H. abzusehen. Die festgestellten Abläufe und Vertragsbeziehungen zwischen der Gesellschaft und zwei anderen Unternehmen sowie die Verwendung der Fördermittel seien als "vergaberechtswidrig, intransparent und unwirtschaftlich zu beurteilen", hieß es.

 

Kommentare (2)
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Herzilein1103
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1
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Misswirtschaft

Eine Frechheit wenn das Intendanten Ehepaar jetzt den Künstlern rät sich an die öffentliche Hand zu wenden. Dies wäre wohl ihre Aufgabe und Verantwortung als Intendanten gewesen, um wie z.B. in Salzburg den Betrieb zu sichern. Nach dem desaströsen Rechnungshofbericht wollen sich die Loidolts scheinbar rasch aus der Verantwortung schleichen bevor es genauere Untersuchungen gibt. Den Künstlern und der Gemeinde wäre zu raten Anzeige bei der WKSTA einzubringen.

Bodensee
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5
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schaut so als, als ob sich da eine Clique über Jahre wie die Maden im Speck......

......aufgeführt haben - und das ganz offensichtlich unkontrolliert von den Förderungsgebern und selbstverständlich auf Kosten aller Steuerzahler. Den Steuerzahlern steht nun eine völlige Aufklärung und Transparenz dieses Thema betreffend zu!