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Verstoß gegen EhrenkodexPresserat kritisiert "Krone"-Artikel als sexistisch und diffamierend

Die "Kronen Zeitung Oberösterreich" wurde für einen Artikel über die Tischtennis-Spielerin Bernadette Szöcs gerügt: dort hieß es "Schön sein reicht nicht". Die Krone erkennt die Schiedsgerichtsbarkeit des Presserates nicht an.

Der Presserat rügte einen "Krone"-Artikel
Der Presserat rügte einen "Krone"-Artikel © (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
 

Der Presserat hat die "Kronen Zeitung OÖ" für einen sexistischen Artikel gerügt. In einem Bericht über das Tischtennis-Champions-League-Finale der Frauen wurde die Linz AG Froschberg-Spielerin Bernadette Szöcs als "nur schön" bezeichnet, während sie sportlich "nix reißen" konnte. Damit verstieß die Zeitung gegen Punkt 5 (Persönlichkeitsschutz) und 7 (Schutz vor Diskriminierung) des Ehrenkodex für die österreichische Presse.

In dem Artikel "Schön sein reicht nicht" vom 10. Dezember des Vorjahres wird die knappe Niederlage des Tischtennisvereins Linz AG Froschberg gegen Berlin Eastside im Champions-League-Finale thematisiert. Dabei missfiel dem Autor die Leistung von Bernadette Szöcs. Sie habe sich öfter mit ihren rot lackierten Fingernägeln die Frisur gerichtet, als dass sie gegen ihre Gegenspielerin gepunktet hätte. Der "Glitzer-Neuzugang" oder auch "Bling-Bling-Neuzugang", wie es im Begleittext eines Fotos heißt, konnte "nix reißen". Gegen Ende des Beitrags steht geschrieben: "Doch in der heißen Phase war die Rumänin nur schön - das allein ist zu wenig!"

Das Österreichische Zentrum für Genderkompetenz im Sport kritisierte den Beitrag als diffamierend und sexistisch. Der Senat 3 des Presserats befasste sich daraufhin mit dem Artikel und kam zu der Ansicht, dass die verwendeten Formulierungen herabwürdigend und deplatziert seien und wohl deshalb gewählt wurden, weil es sich bei Szöcs um eine Frau handelt. Die Betroffene werde auf ihr Äußeres reduziert. Derartige herabwürdigende Charakterisierungen müsste auch Szöcs, die als Spitzensportlerin am öffentlichen Leben teilnimmt, nicht hinnehmen, befand der Presserat. Die Kritik an ihrer sportlichen Leistung beim Champions-League-Finale hätte auch ohne die persönlichkeitsverletzenden Begriffe geäußert werden können.

Das Selbstkontrollorgan fordert die "Kronen Zeitung" auf, freiwillig über den Ethikverstoß zu berichten. Die Tageszeitung erkennt die Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats nicht an und nahm auch nicht am Verfahren teil.

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