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Blutbad von DuisburgMafia-Film empört italienische Politik

Ein von RAI 1 gesendeter Film über die Mafia-Fehde von Duisburg empört Süditalien. Die Region Kalabrien protestiert wegen Darstellung von "Stereotypen".

GERMANY CRIME SHOOTING
Die Morde passierten vor der Duisburger Pizzeria im Jahre 2007. © EPA
 

Ein von RAI 1 gesendeter Film über die Fehde zwischen zwei italienischen Mafia-Familien, die 2007 zum Blutbad in Duisburg mit sechs Toten geführt hat, sorgt für helle Empörung in der süditalienischen Region Kalabrien. Der Film, der am Mittwochabend von 3,6 Millionen Zuschauern gesehen wurde, sei ein Konzentrat von Vorurteilen gegen Süditalien, protestierte der Präsident Kalabriens Mario Oliviero.

Der film mit dem Titel "Duisburg - Linea di sangue" wurde von Enzo Monteleone inszeniert. Hintergrund des Massakers war die Feindschaft zwischen zwei Familien der 'Ndrangheta, der Mafia in Kalabrien, der einflussreichsten mafiösen Organisation in Italien. Oliviero drückte am Donnerstag "tiefe Empörung wegen des verzerrten Bilds Kalabriens" aus, das der von RAI 1 gesendete Film vermittle. Der Film sei "oberflächlich und voller Stereotypen" über Kalabrien, das als Land von Mafiosi dargestellt werde. Dies beleidige eine ganzen Region, die stark bemüht sei, mit ihren besten Energien ihre Zukunft aufzubauen.

Auch die Vizepräsidentin der Antimafia-Kommission im italienischen Parlament, Jole Santelli, kritisierte den Film. Sie forderte eine Erklärung von der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI. "Der Film beleidigt zwei Millionen ehrliche Bürger in Kalabrien, die unter der Last der Mafia leiden", so Santelli.

In Duisburg warteten die Schützen am frühen Morgen des 15. August 2007 vor der Pizzeria auf ihre Opfer. Als die sechs Männer im Alter von 16 bis 38 Jahren in zwei Autos gestiegen waren, gaben die Täter aus Schnellfeuerpistolen viele tödliche Schüsse ab. Als Haupttäter und Drahtzieher gilt Giovanni Strangio, zur Tatzeit 28 Jahre alt. Er wurde 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt. Als Todesschützen galten zunächst auch Giuseppe und Sebastiano Nirta. Mord konnten die Ankläger den beiden am Ende aber nicht nachweisen. Wegen Zugehörigkeit zur Mafia wurden sie schließlich zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

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