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Sexueller MissbrauchKann man Michael Jacksons Musik noch im Radio spielen?

Zehn Jahre nach dem Tod Michael Jacksons sind neue Vorwürfe aufgetaucht: Im Film „Leaving Neverland“ berichten zwei Männer, wie sie als Kinder von ihm missbraucht worden sind. Einige Radio- und TV-Stationen boykottieren seither Jacksons Werk. Ist seine Musik noch radiotauglich? Anders gefragt: Muss man nicht nur Kriminelle strafen, sondern auch ihre Kunst?

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Michael Jackson: Monster oder selbst ein Opfer? © APA/AFP/VINCENT AMALVY
 

Für Michael Jackson gilt posthum noch immer die Unschuldsvermutung. Aber seit zwei Männer in einem Dokumentarfilm, der im April auch im deutschen Fernsehen laufen wird, ihre Vorwürfe gegen Jackson auf sehr glaubwürdige Weise erneuert haben, gerät der Pop-Titan wieder ins Zwielicht. Der Film legt nahe, dass der Superstar, der eine unvorstellbar schlimme Kindheit erlitten hatte, der sich später als ewiges Kind inszenierte, dass diese merkwürdige, fragile Erscheinung selbst ein übler Täter war, der über Jahre systematisch Kinder missbrauchte, ein Multimillionär, der sich eine besonders perfide Tarnung zugelegt hatte.

Kann man die Musik einer solchen Type noch guten Gewissens hören? Ein Blick in die Geschichte zeigt schnell, dass Jackson kein Einzel-, sondern ein Dutzendfall ist. Denn diese Geschichte wimmelt von Künstlern, deren Leben gelinde gesagt alles andere als makellos war. Der Maler Caravaggio war ein notorischer Gewalttäter, der einen Mann erschlug. Der Komponist Gesualdo stellte seiner Frau und ihrem Liebhaber eine Falle und ließ beide umbringen. Richard Wagner war nicht nur ein Opportunist, sondern ein abscheulicher Antisemit. Bertolt Brechts Frauenbeziehungen wären heute gewiss Thema für die #meToo-Debatte. Der Dichter Ezra Pound war ein glühender Verehrer von Mussolini und Faschismus, der Schöpfer von „Alice im Wunderland“, Lewis Carroll, ist wegen seiner Fotos von nackten Mädchen in Verruf gekommen, und der Kaffeehausliterat Peter Altenberg dürfte pädophilen Neigungen nachgegangen sein. Eine kranke Neigung, die Adolf Loos vor Gericht brachte. Ein mutmaßlicher Vergewaltiger wie der Regisseur Roman Polanski verschanzt sich seit Jahren in Frankreich vor dem Zugriff der US-Justiz, seinem Kollegen Woody Allen wird ebenso Missbrauch vorgeworfen wie Schauspieler Kevin Spacey. Es gäbe noch viele weitere Beispiele für fragwürdiges bis verbrecherisches Verhalten von Künstlern. Übrigens, vergessen wir das nicht, es handelt sich dabei ausschließlich um Männer.

Kommentare (8)

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Amadeus005
1
18
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Gäbe es noch einen Hollywoodfilm

Wenn jeder Film gestrichen wird, wo ein Verdächtiger dabei war? Schauspieler incl. Produzenten, Kamerateam, ...

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DavidgegenGoliath
6
17
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Michael Jackson, wurde nie verurteilt!

Seine „Opfer“, oder besser gesagt deren Eltern, ließen sich fürstlich entlohnen!
Wäre mein Kind davon betroffen gewesen, würde ich mich nicht vom Täter „bezahlen“ lassen, sondern würde auf dessen Verurteilung, bestehen!
Deshalb bin ich überzeugt davon, dass M.J, nie ein Kind missbraucht hat!

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büffel
1
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Gegenfrage:

Darf man eigentlich noch Filme mit Frank Sinatra vorführen?
Ich meine "ja", mit der selben Begründung wie der von Musicjunkie.

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Musicjunkie
7
35
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Künstler und Werk sind strikt voneinander getrennt zu halten. Weil Künstler und Werk eben nicht ident sind.

Dem kann ich mich nur anschließen und bin daher strikt gegen eine Zensur seiner mitunter Meisterwerke der Musikgeschichte.

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Jamestiberius
4
24
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Wohl wahr

Sehe ich auch so. Außer in/mit dem Werk werden bedenkliche Botschaften transportiert natürlich.

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Rudi Mikosch
39
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schecks`n

Hab den aufgeputzten noch nie " Mögen" und seine Musik
schon gar nit .

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wahrheitverpflichtet
12
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SCHEINHEILIGKEIT!

Sie mit Hinweisen versehen, dass die Künstler dahinter sich unakzeptabel verhalten haben? als opfer des Primar DR franz wurst kommt mir die kotze hoch wenn ich so einen Satz lese! TATSACHE IST das bis in die Justiz in der USA und auch seine Bussi Gesellschaft Freundinnen und freunde von seinen verbrechen wussten! NA ABER es waren ja nur Knaben bzw Jungs die vergewaltigt wurden! DAS MENSCHEN ihr ganzes leben leiden wie die Hunde das interessiert kein Gericht schon gar nicht in Österreich wenn man sich die urteile in Kärnten ansieht wo 6 Monate unbedingt 12 Monate bedingt für mehrfachen langjährigen sexuellen missbrauch ;und das bei mehren opfern dann fragt man sich ob da nicht Täter Schutz betrieben wirt! TATSACHE IST JACKSON WAR EIN VERBRECHER der mit Hilfe seines Geldes sich rauskaufte die Eltern des ersten öffentlichen Täters sind für mich keine Eltern sie haben neue opfer geschaffen den damals hätte die Justiz im nicht laufen lassen können bei den beweisen! SIE HABEN ABER AUS GIER DES GELDES WEGEN ihren Sohn verraten! PÄDOPHILIE nennt man krank jedoch sie planen ihre taten und führen sie oft Jahrzehnte lang aus! EIN KOLLEGE VON WURST SAGTE IN DEN MEDIEN DAMALS WAHRSCHEINLICH WURDE PRIMAR DR WURST PÄDOPHILE WEIL ER SO VIELE KNABEN UNTERSUCHTE BZW IHNEN HELFEN WOLLTE MEISTEN KOMMEN SOLCHE TÄTER JAHRZEHNTE LANG DAVON DEN OPFER BRECHEN JEDOCH IRGEND WANN MAL DIE WUNDEN AUF UND SIE MERKEN ERST DANN WARUM SIE SOZIAL NICHT AM LEBEN TEIL NEHMEN KONNTEN BZW KÖNNEN!

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9
16
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Großartiger Artikel

Danke!

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