Es könnte der Lieblingswitz eines Misanthropen sein: Was macht der Mensch, gleich nachdem er etwas erfunden hat? Na, er fürchtet sich. Das mag ein wenig ungerecht sein, aber grundfalsch ist es nicht. Der Mensch und sein Erfindungsdrang: Das ist Fortschritt und Zukunft, aber immer auch die Frage: Werden Grenzen überschritten? Oder noch früher: Wer definiert überhaupt die Grenzen? Ist es die Moral oder ist es gar die Wirtschaft? Das bringt den Menschen oder, mehr noch, ganze Gesellschaften in Erklärungsnotstand, denn selten noch wurde die Grenze vor der Erfindung gezogen. Grenzziehung findet in aller Regel auf Trümmerhaufen statt.
Essay
Frankenstein: Von den Monstern unter den Menschen
Die Geister, die ich rief: Mary Shelley, Erfinderin von „Frankenstein“, ist derzeit in einer Filmbiografie im Kino zu sehen. Ein Blick auf ihr Werk wirft die Frage auf: Ist das Monster einfach nur eine raffinierte Tarnkappe?
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