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Musik

Alban Berg Denkmal: Drei Schleifen und zwei Tonnen Aluminium

Wien hat eine neue Gedenkstätte: Offizielle Enthüllung vor der Staatsoper am Montagabend.

Das neue Berg-Denkmal in Wien
Das neue Berg-Denkmal in Wien © APA/Hochmuth
 

Wien hat eine neue, prominent situierte und modern gestaltete Gedenkstätte: Das von Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au und Sophie Grell entworfene Alban Berg Denkmal wurde am Montag auf dem Herbert-von-Karajan-Platz neben der Wiener Staatsoper installiert und wird am Abend um 22 Uhr feierlich enthüllt, beleuchtet und der Öffentlichkeit übergeben.

Alban Berg (1885-1935) gilt als einer der wesentlichen Erneuerer der Musik des 20. Jahrhunderts. Seine Opern "Wozzeck" und "Lulu" gelten als Meisterwerke und werden heute ebenso wie seine Orchesterstücke oder sein Violinkonzert immer wieder aufgeführt. Das Denkmal soll mit seinen drei Schleifen aber auch an jene drei Komponistenkollegen erinnern, die mit Bergs Schaffen verbunden sind - sein Lehrer Arnold Schönberg, sein Freund Anton Webern sowie Hofoperndirektor Gustav Mahler - und damit auch der Wiener Moderne ein Denkmal setzen.

Es besteht aus einem ein Meter hohen Sockel aus zwölf Stufen, die den zwölf Tönen entsprechen, und einer fünf Meter hohen Skulptur mit drei Schleifen. "Es war eine echte Herausforderung, eine Firma zu finden, die diesen Entwurf realisiert", schilderte Werner Baumüller von der das Projekt koordinierenden Werkstatt Kollerschlag am Nachmittag im Gespräch mit der APA.

Die Ausführung des jeweils fünfteiligen Sockels und Denkmals im Aluminiumhohlguss, der danach verschweißt, poliert und geschliffen wurde, übernahm Becker Guss aus Mödling. Als Material wurde eine hochwertige, in der Autoindustrie bewährte Legierung verwendet. "Es war ein komplizierter Guss, aber im Großen und Ganzen ist es gut gegangen", so Gießereimeister Ernst Hrabalek, der geschäftsführende Inhaber der Firma. Obwohl das verwendete Material nur ein Drittel von Stahl wiegt, hat das Denkmal ein Gesamtgewicht von rund zwei Tonnen.

Ohne öffentliche Gelder

"Wir sind sehr zufrieden", versicherte auch Maximilian Eiselsberg, neben Peter Wolf einer der beiden Präsidenten der von Bergs Witwe Helene 1968 gegründeten Alban Berg Stiftung, in die bis 2005 (also 70 Jahre nach dem Tod des Komponisten) die Tantiemen Bergs geflossen waren. Fünf Prozent des so zusammengekommenen namhaften Stiftungsvermögens wurde in die ganz ohne öffentliche Gelder auskommende Planung und Errichtung des Denkmals investiert, hatte man im November des Vorjahres bei der Präsentation des Projektes angegeben.

Bei der von Eiselsberg moderierten abendlichen Denkmalsenthüllung, bei der die in den Sockel integrierten Leuchten das metallisch graue Denkmal zum Glänzen bringen sollen, werden phil Blech, das Bläserensemble der Wiener Philharmoniker, und der Arnold Schoenberg Chor für die musikalische Umrahmung sorgen. Ansprachen sind von Architekt Wolf D. Prix, Stiftungs-Präsident Peter Wolf, Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Kulturminister Thomas Drozda und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) angekündigt.

"Der Platz vor der Staatsoper ist ein würdiger Ort, um diesen großen Komponisten und sein Werk zu ehren. Es freut mich, dass dieses Denkmal durch die Alban Berg Stiftung ermöglicht wurde. Ich würde mir wünschen, dass es in Österreich wieder eine stärkere Kultur des Mäzenatentums gibt und neben dem Staat auch mehr Privatpersonen Exzellenz in Wissenschaft und Kunst fördern", so Mitterlehner in einem vorab verbreiteten Statement. Als "eine wesentliche zeitgenössische Intervention unserer Zeit" würdigt Drozda die Aufstellung: "Mit der Skulptur von Wolf D. Prix erhält die Staatsoper einen architektonisch-zeitgenössischen Impuls an ihrer Seite. Gleichzeitig ist dieses Denkmal auch ein klares Zeichen und Bekenntnis für die große Bedeutung der Musik in Österreich."

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