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INTERVIEW

Lou Lorenz: "Politiker behandeln uns nicht mit Respekt"

Die Zeit im Bild 2 wird diese Woche 40 Jahre alt. Im Interview spricht Lou Lorenz-Dittlbacher über ihren "Traumjob", mangelden Respekt und die "große Präsenz" von Armin Wolf. Von Christoph Steiner

Lou Lorenz-Dittlbacher moderiert die ZiB 2 seit 2010 © ORF/Thomas Ramstorfer
 

Frau Lorenz, wobei entspannen Sie eigentlich mehr: wenn Sie Ihrer geliebten Gartenarbeit nachgehen oder beim Ansehen der ZiB 2 vor dem Fernseher?

LOU LORENZ-DITTLBACHER: Natürlich beim Gärtnern. Wenn ich die ZiB 2 schaue, bin ich immer Journalistin und verfolge das Interview, das Armin Wolf oder einer unserer Kollegen führt – dabei kann ich mich nicht entspannen. Zu Hause lebe ich immer mit und frage mich, warum gibt es da keine Antwort oder warum weicht der Interviewte jetzt aus.

Für mich ist die ZiB 2 die kritischste Nachrichtenfernsehsendung Österreichs. Ist es ein besonderes Gefühl, für dieses Format zu arbeiten, oder ist es ein TV-Job wie viele andere?

LOU LORENZ: Nein, das ist der absolute Traumjob, denn es ist das Größte, was eine Fernsehjournalistin machen kann. Ich sehe im Bereich des Nachrichtenjournalismus nichts Tolleres, als diese Live-Interviews machen zu können. Da das politische Personal ja regelmäßig wechselt, kommen auch immer neue Herausforderungen nach. Es ist eine große Ehre, die ZiB 2 moderieren zu können, und das sage ich nicht bloß so – das ist es wirklich.

Wenn es hierzulande aber für einen TV-Journalisten nichts Besseres gibt als die ZiB 2, sind Sie im Alter von 40 Jahren beruflich aber bereits am Zenit.

LOU LORENZ: Aber da kann man ja ein bissl bleiben. Der Armin hat auch mit 40 die ZiB 2 moderiert und ist jetzt 48 und macht es immer noch. Kein Mensch weiß, was die Zukunft bringt, aber ich sehe überhaupt keine Abnutzungserscheinungen. Mir ist es in den letzten fünf Jahren nie auch nur ein bisschen langweilig geworden – es wird eher von Jahr zu Jahr interessanter.

Ich sehe da überhaupt kein Schaugefecht.  

Lou Lorenz über Interviewführung

Für den einstigen Moderator Josef Broukal sind die Interviews heute bloße Schaugefechte zwischen Interviewer und Interviewtem. Was sagen Sie dazu?

LOU LORENZ: Ich sehe da überhaupt kein Schaugefecht. Wir haben alle eine gemeinsame Agenda: Wir stellen Fragen und wir wollen Antworten. Allerdings wird heute viel häufiger als früher in Worthülsen und Stehsätzen geantwortet. Damit können wir uns nicht zufriedengeben. Das fällt beim Publikum sehr oft positiv auf, aber manchmal auch negativ. Vor allem Frauen wird schneller vorgeworfen, zu aggressiv oder bissig zu sein. Wir müssen uns leider sehr oft damit begnügen, dass keine Antwort kommt, aber wir schildern, glaube ich, auch aus, dass wir sie nicht bekommen haben. Das hat nichts damit zu tun, gewinnen zu wollen.

40 Jahre Zeit im Bild 2: Die Sendung im Zeitraffer

Der Grazer Günther Ziesel war am 3. Februar 1975 der erste Moderator der ZiB 2ORF
Das Logo 1975ORF
Das erste StudioORF
Der legendäre Anchorman Dieter Seefranz 1975ORF
Annemarie Berté und Günther Ziesel im Studio 1976ORF
Der Klagenfurter Moderator Peter PirkerORF
Die Männerrunde der ZiB 2 im Jahr 1980: Hans Herzog, Peter Pirker, Dieter Seefranz, Horst-Friedrich Mayer, Erfinder Kuno Knöbl, Helmut Pfitzner und Günther Ziesel.ORF
Moderator Robert Hochner prägte die ZiB 2 von Ende der 70er-Jahre bis zu seinem Tod 2001ORF
Jassir Arafat war 1988 zu Gast bei Robert HochnerORF
Anlässlich der Aufführung des "Hauptmann von Köpenick" bei den Wiener Festwochen 1996 war Harald Juhnke zu Gast bei HochnerORF
Ob im Studio oder via Schaltung, kein Politiker war öfter in der ZiB 2 zu Gast, als Jörg Haider - 42 Mal.ORF
1995 waren Bud Spencer und Terence Hill bei Ingrid ThurnherORF
Kein Interview war komischer, als jenes mit Otto Waalkes 1997. Otto ignorierte die Fragen von Ingrid Thurnher,  verschwand plötzlich unter dem Tisch ...ORF
... und umarmte die Moderatorin. Sein Besuch hat auf YouTube fast 600.000 KlicksORF
Legendär ist nicht nur Armin Wolfs "Planking" im Studio ...ORF
... sondern auch das "Gespräch" mit Frank StronachORF
Anlässlich des Weltmilchtages war 1975 eine echte Kuh im StudioORF
ZiB-Legenden: Günther Ziesel und Ursula StenzelORF
Fernsehdirektorin Kathrin Zechner mit Wolfgang Wagner, dem Sendungsverantwortlichen der ZiB 2ORF
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Ab und zu wird Moderatoren vorgeworfen, ihr Umgang mit Politikern sei zu respektlos.

LOU LORENZ: Ich würde das eher umdrehen: Man behandelt uns nicht mit Respekt, wenn keine Antworten gegeben werden, denn wir stellen ja weder gemeine Fragen noch bauen wir Fallen ein.

Manche Zuseher glauben, die Politiker würden noch vor dem Interview erfahren, welche Fragen ihnen gestellt werden.

LOU LORENZ: Nein, nie! Sie wissen im Vorfeld, worum es geht, weil sie zu einem bestimmten Thema eingeladen werden. Aber sind sie zu keinem bestimmten Thema im Studio, wie etwa bei den Interviews zum Jahreswechsel, dann wissen sie vorab nur, dass es um das politische Jahr gehen wird. Niemand von uns würde ein Interview führen, in dem die Fragen vorab bekannt gegeben werden müssen, und Politiker akzeptieren das auch völlig. Mich hat noch kein Pressesprecher gefragt, was denn gefragt werden würde.

Ich habe nicht das Gefühl, dass es gut wäre, stilistisch gleich zu sein wie er. 

Lou Lorenz über Armin Wolf

Was sind die Vorteile, mit Armin Wolf zu arbeiten?

LOU LORENZ: Er hat mich 1999 zum ORF geholt und war bei der ZiB 3 mein erster Chef. Ich durfte wahnsinnig viel von ihm lernen und er arbeitet unglaublich hart sowie wahnsinnig akribisch. Wie er sich vorbereitet und wie er für den Job lebt, nötigt mir großen Respekt ab. Das ändert nichts daran, dass ich ein anderer Mensch bin mit einem anderen Stil.

Was sind die Nachteile, mit einem Starmoderator wie Armin Wolf zu arbeiten?

LOU LORENZ: Seine Präsenz ist natürlich wahnsinnig groß. Armin möchte drei Sendungen pro Woche moderieren und dann bleiben noch zwei Sendungen übrig. Aber ich mach das gerne. Ich habe nicht das Gefühl, dass es gut wäre, stilistisch gleich zu sein wie er. Es ist gut, dass wir unterschiedlich sind, aber wir haben den gleichen Wunsch: Wir wollen Antworten. Und dieses Mit- und Nebeneinander funktioniert.

ZiB 3
Lou Lorenz nach ihrem Wechsel zum ORF 2000 Foto © ORF

Wie sehen Sie Ihren früheren Arbeitgeber W1, aus dem später ATV wurde?

LOU LORENZ: Dort habe ich in den zweieinhalb Jahren wahnsinnig viel gelernt und durfte viel ausprobieren, auch mich selbst. Zudem hat es mir den Weg in den ORF geebnet, was ich nie für möglich gehalten hätte. ATV und den anderen österreichischen Privatsendern würde ich wünschen, dass sie noch mehr Nachrichten machen. Aber ich weiß, wie teuer und wie unbedankt es oft ist.

ZUR PERSON

Lou Lorenz-Dittlbacher wurde am 19. August 1974 in Wien geboren.

Werdegang: Nach der Matura studierte sie zunächst Französisch und Latein. 1994/95 besuchte sie einen Hochschulkurs für Europajournalismus  und arbeitete als Journalistin für "Die Presse", den "Kurier" und den "Standard". Nach zweieinhalb Jahren bei W1 (heute ATV) wechselte Lorenz-Dittlbacher 1999 zum ORF.

Stationen: Beim ORF begann sie als Redakteurin für die ZiB 3. 2003 wechselte sie zur Zeit im Bild und moderierte die Ausgaben um 9 und 13 Uhr. 2007 übernahm sie die Präsentation von ZiB 20 und ZiB 24, seit 2010 moderiert Lorenz-Dittlbacher die ZiB 2.

Privat: verheiratet mit TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher

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Danke für Ihr Verständnis.

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@harri: dann vergleich ein interview mit hc und faymann

und dann erzähl mir, dass hier objektiver Journalismus betrieben wird.

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dann sollte mal der HC auf die

fragen antworten. große klappe hat er, aber wenn es um inhalte oder verwirklichung geht, dann kommen hohle phrasen. und dann kommt das typische freiheitliche "mimimimimi"

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Siehe die Zip 2 von A. Wolf mit Stronach ?

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... behandeln uns nicht mit Respekt?

Auch die Kritisiernde muss zur Kenntnis nehmen, dass das das Problem der "Redakteur(innen)e ist:

Respekt einzufordern ist vergeblich, weil kein Anspruch (auch nicht "kraft eines Amtes") darauf besteht.

Wer sich ihn verdient, den Respekt, dem wird er entgegen gebracht!

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So ist es, wer Respekt fordert (fordern muss)

"die/der" hat den Anspruch verloren!

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Was glaubt den die?

Mit ihrem Parteibuchinterviewstil braucht Sie nicht die beleidigte Leberwurst spielen. Z.B. das letzte Strache Interview, weil Sie in vielen Punkten nichts entgegenzusetzten hatte, musste wieder mal die Hypo her, um Strache eines auszuwischen. Faktum ist allerdings, der einzige Politiker der in Zusammenhang mit der Hypo im Knast ist, kommt von der ÖVP. Und würdes es zu einer Insolvenz kommen, hättenda noch einige ÖVP Menschen große Sorgen.

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ZIB 2 ist die beste Nachrichtensendung !!

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich die ZIB 2 "entdeckt" habe:
Ich habe gerade Medizin im 1. Semester inskribiert, da hat es einen Bericht in der ZIB 2 wegen der überufenden Verwaltung an den Unis gegeben. Dazu muss man wissen, dass man damals jede einzelne Vorlesung bei der Einschreibung extra angeben musste !!
Damals hat noch ROBERT HOCHNER moderiert. Sein Kommentar dazu: "Nach 17 Jahren hat Österreichs versammelte Intelligenz endlich das System der Inskription umgestellt."

Seit diesem bissigen Kommentar sehe ich diese Sendung so oft es geht.

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Naja, wenn Sie "inskribiert" haben, darf ich wohl ...

an Ihrer Hochschule zweifeln?

Selbst an einer "University", die auf Ebene unserer NMS stehen, wird inskripiert!

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Irgendeiner
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Man könnte nachsehen,

wenn man denn wollte.

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ad fd.H

Da Sie unsere Uni´s sooo gering schätzen hätte ich eine Frage:
Haben sie etwa im Ausland studiert ?

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@fd.H

Hätten Sie mal lieber in der Schule aufgepasst...

http://www.duden.de/rechtschreibung/inskribieren

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Unter Inskription (von lateinisch inscriptio, im Sinne ‚Einschreibung‘) versteht man in Österreich die für jedes Semester notwendige Anmeldung als Hörer für ein bestimmtes Studium (oder auch mehrere Studien) an einer Hochschule. Inskribieren können nur solche Hörer, die an dieser Hochschule seit Beginn des Studiums durchgängig immatrikuliert ...

... sind (inklusive der Erstimmatrikulanten/-inskribenten).

Dt. Sprache, schwere Sprache; Inskribenten sind wieder 'was anderes: Inskribenten haben sich inskripiert :-)))

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TitusLivius
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Es heißt "inskri B iert"

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Doch ein sehr verworrenes Beispiel zum Umgang

mit fremden Wörtern?

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TitusLivius
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@ fd.H: Was passt dir nicht?

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Härte in Worten muss man aushalten,

genau so wie der ORF mit FPÖ Politikern voreingenommen umgeht.
Derzeit ist das Orf Programm leider nicht mehr zu ertragen,da es von der ZIB 1 bis ZIB 2 und IM ZENTRUM nur mehr um die Thematik Integration ,Asylwesen u.a.geht,als ob es im Lande keine anderen Themen mehr gibt.

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onanine
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Frau Dittelbacherin

Ergänze folgenden Satz:
Wie man in den Wald hineinruft....

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Worauf bilden Sie sich was ein, Frau Lou?

Dass Sie gut geheiratet haben? Wieso sollten Journalisten anders behandelt werden als der Rest der Welt?

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Horch4
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Und wie kann man sich einbilden, dass der Topfen, den du da abgibst, irgendwie sinnvoll sein soll? Ich glaub, lieber fob7, diese Frau hat wahrscheinlich mehr erreicht, als du es jemals wirst, und das auch schon bevor sie geheiratet hat.

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"... gut geheiratet" is doch positiv. Deshalb verstehe ich ...

Ihren horchenden Wahn nicht, indem Sie sofort mit der "Leistungskeule" schwingen?

Das ist noch eine Stufe tiefer, als der wiederkehrende Neid-Komplex!

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Dass die Gattin vom Chefredakteur...

...kaum 3 Sätze hintereinander ohne stottern zustande bringt, lässt bei diesem Beruf durchaus die Vermutung aufkommen, dass Beziehungen beim beruflichen Aufstieg der Dame eine Rolle gespielt haben könnten.

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ROBERT HOCHNER hat genuschelt und Silben verschluckt !!

Trotzdem war er de beste Moderator der ZIB 2 und absolut KULT !
Die Moderatoren müssen nicht wie ein ROBOTOR sprechen - sie sind ja schließlich Menschen !!

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