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Wagner-Festival Wels ist Geschichte

Mit der 26. Ausgabe ist Schluss: das Richard-Wagner-Festival in Wels will im heurigen Mai das letzte Mal die Wagnerianer in die oberösterreichische Stadt laden. Sie habe schon vor zwei Jahren ein Aus in den Raum gestellt, gestand Intendantin Renate Doppler am Dienstagabend in Wien zu. Nun sei die Situation jedoch nochmals schlimmer. "Es geht einfach nicht mehr", so Doppler.

 

Nach dem Warnschuss 2013 habe die Stadt Wels ihre Unterstützung zwar auf 70.000 Euro erhöht und ein Festivalfreund im Testament für zwei Jahre eine Unterstützung verfügt. Nun sei jedoch Schluss, ärgerte sich Doppler: "Das Problem ist, dass unsere Stadtregierung völlig desinteressiert ist an Kultur." Und auch auf Landesebene, von der es ebenfalls 70.000 Euro gebe, fehle das Interesse, da Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) hauptsächlich auf Linz fixiert sei: "Ich hätte mich gefreut, wenn ich einmal gehört hätte, er ist stolz auf das, was wir in Wels machen."

Das Wagner Festival Wels findet heuer zum 26. Mal statt. Nach den Anfängen mit Galakonzerten unter Mitwirkung vieler Bayreuth-Stars ging 1995 erstmals "Tristan und Isolde" als szenische Aufführung über die Bühne des dortigen Greif-Theaters. "Das ist eine ganz wichtige Kaderschmiede", bedauerte Bariton Clemens Unterreiner am Dienstag das Ende des Festivals, bei dem er selbst seine ersten Wagner-Schritte unternahm: "Ich fände es wahnsinnig schade, wenn es das nicht mehr gäbe."

Um den Welser Stil, der sich als werkgetreu und Gegenposition zum Regietheater versteht, fortleben zu lassen, möchte Doppler nun die fünf eingelagerten Bühnenbilder abgeben. "Der fliegende Holländer" landet im polnischen Lodz, während "Lohengrin" 2016 in den Oman gehen soll. In Wels soll es hingegen nicht weitergehen. Eine Festivalausgabe koste bis zu eine Million Euro, resümierte Doppler: Da könne sie mit 140.000 Euro Subventionen nicht arbeiten.

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