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Bond-Dreh

Geheimhaltung, Neugier und business as usual

Die Dreharbeiten gingen am Donnerstag am 3.056 Meter hohen Gaislachkogel über die Bühne. Neugierige bekommen vom Bond-Dreh so gut wie gar nichts mit.

AUSTRIA CINEMA
Daniel Craig und Lea Seydoux beim Fotoshooting in Sölden © APA/EPA/BARBARA GINDL
 

Das 3.302 Einwohner zählende Sölden im Tiroler Ötztal am "Tag Zwei" der "James Bond-Zeitrechnung": Es herrscht business as usual. Touristen machen die Pisten unsicher, schlendern die Hauptstraße entlang, stellen sich an den Liften an. Wer zuletzt konsequent medienabstinent war, würde nicht auf die Idee kommen, dass in der Touristenhochburg im Auftrag ihrer Majestät spioniert wird.

Der - zumindest offiziell - zweite Tag der Dreharbeiten für den 24. Geheimagentenfilm "Spectre" ist neben dem gewohnten Gang der Dinge vor allem geprägt von der bereits sprichwörtlichen Schweigsamkeit und Geheimhaltung der unmittelbar in die Großproduktion Involvierten sowie einer dezenten Neugier der Außenstehenden. "Wir wissen gar nix", "Daniel Craig - wer ist das?" - diese Antworten bekommen Medienvertreter und Passanten mitunter von Security-Leuten, wenn sie Näheres über die Dreharbeiten zu erfahren versuchen.

Geheimhaltung

Wer einen beträchtlichen Geräuschpegel durch Hubschrauber-Rotoren oder detonierende Explosionen erwartete, wurde zumindest vorerst enttäuscht. Die Dreharbeiten gehen von der Söldener Öffentlichkeit - wie erwartet - unbemerkt über die Bühne. Schauplatz sind unter anderem der 3.056 Meter hohe Gaislachkogel bzw. das wegen seiner spektakulären Glasfronten bekannte "ICE Q"-Restaurant auf rund 3.000 Meter Höhe.

Wer sich allein wegen James Bond oder zum Skivergnügen mit der Gondelbahn auf den Weg zum Gaislachkogel macht, für den endet das Unternehmen bei der Mittelstation. Die weiterführende Bergbahn, zwei Pisten sowie das Restaurant bleiben bis Sonntag gesperrt. Direkt an der Mittelstation prangt ein Zettel mit der Aufschrift "closed set" an einem Gittergerüst, das - weil verdeckt - keinen Blick hinter die Kulisse zulässt. Aus der Gondelbahn aussteigende Skifahrer tuscheln ein wenig ob der geheimnisvollen Konstruktion, fragen ohne Erfolg die postierten Sicherheitsleute und begeben sich dann auf die Skiabfahrt. Film-Equipment wird bisweilen auf den Berg oder ins Tal geliefert, ansonsten herrscht - ganz im Bond-Stil - eiserne Geheimhaltung. Die Darsteller, angeführt von Daniel Craig, die am Mittwoch noch vor herrlicher, sonnendurchfluteter Bergkulisse bei einem Fotocall posierten, waren nicht zu sehen.

Jahrhundertchance

Im Tal zeugen ein großes, hermetisch abgeriegeltes Zelt- und Containerdorf sowie auf einem abgesperrten Parkplatz stehende Lkw von der großen, weiten Filmwelt. Nahezu harmonisch und voneinander unberührt scheinen die internationale Film-Großproduktion und das touristische Treiben in Sölden nebeneinander herzulaufen. "Das ist eine Jahrhundertchance und eine besondere Freude für uns", jubilierte indes der Söldener Bergbahn-Geschäftsführer und Tourismus-Zampano Jakob Falkner im Gespräch mit der APA. James Bond sei schließlich die erfolgreichste Film-Marke aller Zeiten. Auch wenn man noch nicht wisse, ob Sölden im Film namentlich erwähnt werde, werde der Wiedererkennungswert sehr hoch sein. Dafür würden etwa schon allein die Drehorte "ICE Q"-Restaurant, Gletscherstraße, sowie Gletschertunnel garantieren.

Auch Bürgermeister Ernst Schöpf nannte die Spionagearbeit des Geheimagenten in seinem Ort ein "besonderes Glück". Die Bevölkerung lege zwar keine "überschnappende Begeisterung" ob der Dreharbeiten an den Tag, verfolge das Geschehen aber "sehr interessiert" mit. Schöpf hoffte, dass Sölden künftig auch mit der Marke James Bond in Verbindung gebracht wird und entsprechende werbetechnische Akzente gesetzt werden können. Der Bürgermeister wusste übrigens auch von einem eigens für den Dreh errichteten Flugfeld in der Gemeinde Längenfeld zu berichten. Dort soll es angeblich zu einem inszenierten Flugzeugabsturz kommen.

Medizinische Versorgung

In einem ganz anderen Zusammenhang involviert ist indes der Ärztliche Leiter der privaten Tiroler "medalp"-Kliniken, Alois Schranz. Er sorgt mit rund 15 Mitarbeitern sowie Helfern des Roten Kreuzes für die medizinische Versorgung am Set. Bisher sei, auch bei den Stunts, Gott sei Dank alles ohne gröbere Zwischenfälle verlaufen, berichtete Schranz. Auch bei Probeaufnahmen im November und Dezember sei sein Team bereits an allen drei österreichischen Bond-Drehorten im Einsatz gewesen. Eine "interessante Erfahrung" sei die Arbeit, meinte der Arzt. Nähere Auskünfte über den Verlauf der Dreharbeiten könne er freilich auch nicht geben. Schweigegelübde, versteht sich.

 

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