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Slam als selbst gezimmertes Sprungbrett

"Dead or Alive": Texte Toter, neu aufgelesen.

 

GRAZ. 2001 fiel der Startschuss für Poetry-Slams in Wien. Jene Pop-Event-Lesungen, bei denen Wortathleten für fünf Minuten gegeneinander in den Ring steigen. Doris Mitterbacher alias Mieze Medusa gilt als Slam-Mama der Nation. Heute hat sie zwei Romane ("Freischnorcheln", "Mia Messer" - beide Milena) veröffentlicht, mehrere Slam-Text-Bücher herausgegeben und ein Text in "Land der Lämmer" schaffte es auf die Bühne des Landestheaters Linz.

War Poetry-Slam ihr Sprungbrett? "Wenn, dann war es ein selber gezimmertes", erzählt die 37-Jährige, während ihr Zug am Arlberg rattert. Einen Einstieg in die extrem lebendige Szene könne sie Nachwuchsautoren aber "unbedingt empfehlen". Auf den Poetry-Slam folgten der Drama-Slam sowie der Science-Slam. Eine spezielle Unterart, der "Dead or Alive"-Slam, macht heute zum zweiten Mal bei den Minoriten in Graz Station. Darin knöpft sich die deutschsprachige Slam-Elite (Toby Hoffmann, Pierre Jarawan, Julian Heun, Mieze Medusa und Yasmin Hafedh) Texte von Verstorbenen vor - im Original und als Antwort. Mieze Medusa interpretiert dabei Worte von Marie von Ebner-Eschenbach, Ina Jun-Broda und Amy Winehouse. Nächster Stopp: die neue Platte mit Tenderboy. Aber: "Kreativität ist schwer planbar." JULIA SCHAFFERHOFER "Dead or Alive". Slam. Heute, 20 Uhr, Minoriten Graz. Tel. (0 316) 71 11 33 31.

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