Warum beschäftigt sich die PH Kärnten mit Mehrsprachigkeit?
Magdalena Angerer-Pitschko: Hochschulen haben neben ihrem gesetzlichen Auftrag auch die Aufgabe, Alleinstellungsmerkmale in den Fokus ihrer Auseinandersetzung zu stellen. Die Zweisprachigkeit in Kärnten und die damit verbundene historisch und sprachdemographisch gewachsene regionale Mehrsprachigkeit stellen ein solches Alleinstellungsmerkmal dar.

Magdalena Angerer-Pitschko
© PH/REICHMANN STEFAN

Welche Rolle spielen Bildungsinstitutionen bei der Förderung der Sprachenvielfalt?
Magdalena Angerer-Pitschko: Kindergärten und Schulen haben einen großen Einfluss auf das Erlernen von zwei- oder mehreren Sprachen. Hier können Sprachpotenziale gefördert oder eben auch vernachlässigt werden. Die PH fokussiert sowohl in der Aus-, und Fortbildung von Lehrpersonen, aber auch in der Forschung auf eine Stärkung individueller Sprachidentitäten, auf eine Nutzung vorhandener Sprachenpotenziale und auf die Förderung damit verbundener Bildungsprozesse.

Wie trägt ihr Institut zu diesem Diskurs bei?
Magdalena Angerer-Pitschko: Wir pflegen im Bereich der Mehrsprachigkeit Bildungspartnerschaften mit europäischen Hochschulen in Deutschland, Italien, Finnland, Belgien, Polen, Slowenien und der Schweiz. Im Konsortium „Mehrsprachigkeit als Chance“ zum Beispiel, haben wir uns zur Erörterung und Förderung wichtiger Bildungsfragen im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit auf europäischer Ebene zusammengeschlossen.