Forschung aus Kärnten - PHLehrerbildner: Unerforschte Vorbilder

An der PH Kärnten wird die Frage gestellt, wie es um das Selbst- und Rollenverständnis von Lehrerbildnern steht.

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Wie gut sich Lehrerinnen und Lehrer in den Klassenräumen bewähren, hängt großteils von ihrer eigenen Ausbildung ab – und ihren Ausbildnern
Wie gut sich Lehrerinnen und Lehrer in den Klassenräumen bewähren, hängt großteils von ihrer eigenen Ausbildung ab – und ihren Ausbildnern © stockartstudio - stock.adobe.com
 

Es ist eine bunte Mischung an Professionen, die sich an der Pädagogischen Hochschule versammeln: Ehemalige Lehrerinnen und Lehrer, Hochschullehrende, Mentoren und Wissenschaftler – in der Ausbildung von künftigen Lehrern ist eine Vielzahl an Akteuren involviert. Ein Forschungsprojekt an der PH hat sich nun zum Ziel gesetzt, mehr über diese Personengruppen herauszufinden, und stellt dabei auch die Frage: Wer bildet eigentlich die Lehrerbildner aus?

„Niemand hat dafür studiert, Lehrerbildner zu werden, es gibt keine institutionelle Ausbildungsstätte in Österreich. Das MOFET Institut in Israel, mit dem die PH zum größeren Thema Teacher Educators zusammengearbeitet hat, bietet etwa Qualifizierung für Personen, die Lehrer aus-, fort und weiterbilden“, sagt Maria Wobak. Sie organisiert das Forschungsprojekt an der PH und kann von den Ergebnissen einer Befragung unter den Lehrerbildnern berichten. „In unserer Studie haben wir gesehen, dass die Lehrerbildner im Umgang mit Studierenden sich ständig hinterfragen und sich in die Situation der Studierenden hineinversetzen. Lehrerbildner befinden sich in einer pädagogischen Doppelrolle, in der sie einerseits Wissen vermitteln und gleichzeitig ein Modell für gute Wissensvermittlung sein müssen“, sagt Wobak. Die Vorbildfunktion von Lehrerbildnern sei ein wesentlicher Aspekt ihrer Arbeit – nur wenn in der Lehrerausbildung wirkungsvolle Didaktik vorgezeigt werde, bestehe auch die Chance, dass in weiterer Folge auch an den Schulen guter Unterricht stattfindet.

Lehrerbildner befinden sich in einer pädagogischen Doppelrolle, in der sie Wissen vermitteln und Vorbild sein müssen.

Maria Wobak

KK Maria Wobak
Maria Wobak © KK

Die Forschungsergebnisse dienen auch dazu, die interne Fortbildung an der PH effektiver zu machen. „Wir möchten den Lehrerenden eine Plattform bieten, um sich weiterzuentwickeln, aber auch Neueinsteiger an die wesentlichen Werte und Regeln heranführen, die für den Lehrberuf wichtig sind“, sagt Wobak. Das Forschungsfeld wird an der PH noch weitere Jahre Thema sein.

Zum Projekt

Berufsrollen von Lehrerbildnern an der PH Kärnten lautete der Titel des Forschungsprojekts, das quantitative und qualitative Befragungen von Lehrenden der PHK umfasste und im Juli einen vorläufigen Abschluss fand. Organisatorisch geleitet wurde es von Maria Wobak, mitgearbeitet haben Gabriele Khan, Michaela Pötscher-Gareiß, Cornelia Klepp, und Daniela Rippitsch.

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