Aller Anfang ist bekanntlich schwer, und vor allem der Einstieg in den Schulalltag, wie er am Montag für viele Erstklässler ansteht, ist eine Herausforderung. Das Lesen- und Schreibenlernen macht einen großen Teil davon aus. Wie bringt man Tafelklasslern am besten Lesen und Schreiben bei? In Kärntens Schulen haben sich dazu zwei Ansätze etabliert: der Anfangsunterricht durch allgemein verwendete Methoden (Adam) und der veränderte Anfangsunterricht (Eveu).

„Der grundsätzliche Unterschied zwischen den beiden Methoden liegt darin, dass in Eveu-Klassen zusätzliche Förderlehrer anwesend sind und im Unterricht ein silbenorientiertes Lehrbuch verwendet wird“, sagt Birgit Pfatschbacher. Die Pädagogin arbeitet am Institut für Primarstufe der PH und hat vier Jahre geforscht: Seit dem Schuljahr 2015/16 hat sie 28 Schulklassen von der ersten bis zur vierten Klasse Volksschule begleitet. 14 Klassen hatten Deutschunterricht nach dem klassischen Adam-Modell, 14 nach Eveu. „Meine Forschungsfrage lautete: Wie wirken sich die unterschiedlichen Methoden auf die Entwicklung der Lese- und Rechtschreibfertigkeiten aus? Und zeigen sich Unterschiede bei Schülern mit Deutsch als Zweitsprache?“, sagt Pfatschbacher.

Birgit Pfatschbacher
Birgit Pfatschbacher
© PH Kärnten/Fotoatelier Heike Fuchs

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass es in Klassen mit zusätzlich eingesetzten Lehrern zu keinen signifikant besseren Ergebnissen im Lesen und Rechtschreiben kommt. „Beide Varianten haben ihre Berechtigung“, so das Fazit. Integrationskinder aber profitieren von der Methode Eveu mit den Förderlehrern in einem höheren Maße. „Dadurch können Kinder mit höherem Förderbedarf bestmöglich gestützt werden“, sagt Pfatschbacher.

Ihre Studie soll dabei helfen, neue pädagogische Konzepte für den Deutschunterricht zu entwickeln. „Wir müssen den Kindern Lesen und Schreiben noch einfacher und besser erklären und in der Ausbildung von Lehrern einen Schwerpunkt setzen.“