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Forschung aus Kärnten - AAUNeues Image für den öffentlichen Dienst

Nachwuchsprobleme bei den Beamten: Der Staat muss sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren, um zu bestehen.

Alfred Dorfer und Roland Düringer haben mit ihrer Beamtenpersiflage „MA 2412“ ein Bild geprägt, das laut Sanja Korac ausläuft
Alfred Dorfer und Roland Düringer haben mit ihrer Beamtenpersiflage „MA 2412“ ein Bild geprägt, das laut Sanja Korac ausläuft © APA/ORF/Ali Schafler
 

Sparpakete, Einstellungsstopps, unterlassene Nachbesetzungen: Die Belegschaft des öffentlichen Diensts schrumpft zusehends. Lehrer, Polizisten, Verwaltungsbeamte – es sind zahlreiche Berufsgruppen, die den Staat am Laufen halten, aber ihre Angehörigen werden weniger. Der öffentliche Sektor hat ein Nachwuchsproblem – das mit der anstehenden Pensionierungswelle der Babyboomer nur größer wird.

„Wir erforschen das Feld des öffentlichen Dienstes schon lange. Dabei haben wir festgestellt, dass zur Ausdünnung des Personalstandes abschreckende Faktoren wie langsam steigende Gehälter und mangelnde Karriereperspektiven hinzukommen“, sagt Sanja Korac. Die Assistenzprofessorin am Institut für öffentliche Betriebswirtschaftslehre interessiert sich für die Motive, eine Stelle im öffentlichen Dienst anzustreben. Zahlreiche internationale Studien wurden darüber schon verfasst, Korac hat vergangenes Jahr einen Vergleich der Erkenntnisse aus diesen Studien veröffentlicht.

27 wissenschaftliche Arbeiten aus dem Zeitraum 1996 bis 2017 hat sie sich dafür angesehen, und trotz regionaler Unterschiede haben die Beamten dieser Welt einiges gemeinsam: „Finanzielle Sicherheit und Kündigungsschutz, eine Aufgabe, die dem öffentlichen Interesse dient, die Macht der Staatsgewalt im Rücken – es sind viele Faktoren, die eine Stelle im öffentlichen Dienst attraktiv machen“, sagt Korac. Dass dennoch immer weniger Österreicher in den Staatsdienst eintreten wollen, erklärt die Verwaltungsforscherin mit dem „verstaubten“ Image des öffentlichen Sektors.

Verschlafen wurde laut Korac nämlich seitens der Politik, den öffentlichen Dienst als attraktiven, modernen Arbeitgeber zu positionieren. „Der private Sektor war insofern viel erfolgreicher am Arbeitsmarkt, weil er im Kampf um die besten Köpfe von Anfang an Geld ins Marketing seiner Arbeitsplätze gesteckt hat. Der öffentliche Sektor sah lange nicht die Notwendigkeit dazu, weil die Personaldecke dick genug war. Das hat sich in den letzten zehn Jahren aber geändert“, sagt Korac. Damit der Staatsapparat weiterhin aufrechterhalten werden könne, müsse die öffentliche Verwaltung innovativer werden und mehr Aufstiegschancen bieten.

„Die Menschen wollen etwas bewegen. Nachdem die Strukturen im öffentlichen Dienst streng hierarchisch aufgebaut sind und nur wenig Spielraum für Beförderungen bieten, sehen vor allem junge, motivierte Menschen wenig Zukunftspotenzial. Diese Strukturen müssen aufgebrochen und flexibler gestaltet werden, “, fordert Korac – etwa mit Teamleiterpositionen, die schneller erreicht werden können als eine Stelle als Sektionschef.

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