Im Jahr 2008 schwappte die Wirtschaftskrise von Amerika über den Atlantik nach Europa. Davon blieb das über zwei Millionen Einwohner starke Slowenien auch nicht verschont. „Faule Bankenkredite haben es in die Krise gestürzt. Vor zwei Jahren gab es noch große Probleme, mittlerweile scheint es dem Land wieder besser zu gehen“, sagt Reinhard Neck vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Alpen-Adria-Universität.

„Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, schlägt sich das auf den Staat mit vermehrten Ausgaben oder verringerten Steuereinnahmen nieder“, sagt Neck. In einem vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) unterstützten Grundlagenforschungsprojekt analysiert der Wissenschaftler mit Kollegen der Uni Klagenfurt und dem slowenischen Wirtschaftsforschungsinstitut die Wachstumseffekte verschiedener Ausgabenkategorien des öffentlichen Sektors.

„Wir untersuchen aufgrund der Notwendigkeit der Budgetstabilisierung in Slowenien, ob Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen schädlich für das langfristige Wachstum sind oder für das Wirtschaftswachstum sogar förderlich sein können“, sagt Neck. „Wir gehen davon aus, dass öffentliche Investitionen in solchen Zeiten größere Multiplikatoren haben als Transferausgaben und öffentliche Konsumausgaben. Sie unterstützen das Humankapital, kurbeln Produktivität und Beschäftigung an.“

Die Wissenschaftler wollen mit einem Optimierungsalgorithmus bestmögliche Strategien der Konsolidierung der Fiskalpolitik – der öffentlichen Finanzen – ermitteln. Die Methoden, derer sich Neck und sein Team bedient, sind ökonometrische Modellierung, Simulationen und Optimierung mit diesen Modellen.

Mit Slowenien nimmt das Forschungsteam bis 2018 eine kleine offene Volkswirtschaft innerhalb des Euroraums ins Visier, die den Übergang von einer Zentralverwaltungswirtschaft in eine Marktwirtschaft vollzogen hat. „Die gewonnenen Erkenntnisse können auch für andere ähnlich kleine Länder von Nutzen sein“, sagt Neck.