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Forschung aus Kärnten - AAU

Die Uni greift nach den Sternen

Mit einer neuen Vortragsreihe will die Universität Klagenfurt mehr Interesse an der Weltraumforschung entfachen. Die habe nämlich gegen Vorurteile zu kämpfen.

Raketen in den Orbit zu schießen, ist gar nicht so einfach – bei KISS kann man es versuchen
Raketen in den Orbit zu schießen, ist gar nicht so einfach – bei KISS kann man es versuchen © Fotolia
 

Denkt man an die wissenschaftlichen Disziplinen, die an der Alpen-Adria-Universität gelehrt und erforscht werden, schießen einem die Weltraumwissenschaften nicht akut durch den Kopf. Zu unrecht, arbeitet doch an der AAU mit Stephan Weiss ein Professor, der schon für die NASA tätig war und Algorithmen für Mars-Roboter entwickelt. Damit nicht genug: Die neue Vortragsreihe Klagenfurt International Space Series (kurz KISS) soll nun einem breiteren Publikum Lust auf die Beschäftigung mit den unendlichen Weiten machen.

Den Auftakt der Vortragsreihe bestreitet Wilfried Elmenreich vom Institut für Vernetzte und Eingebettete Systeme. Er geht der Frage nach, wie es gelingt, eine Rakete in den Erdorbit zu bekommen und dort zu navigieren. Dabei widmet sich Elmenreich den physikalischen Grundlagen von Raketenantrieben und der Orbitmechanik – auf „durchaus greifbare und verständliche Weise“, wie der Informatiker versichert.

Start der Vortragsreihe KISS

Termin: 3. Mai um 18 Uhr
Ort: Lakeside-Park, Lakeside B

Denn nach wie vor würden viele Vorurteile gegenüber der Weltraumforschung bestehen, mit denen aufgeräumt werden müsse. „Der Sinn dieser Forschung wird oft infrage gestellt oder gleich gar nicht anerkannt. Die Beiträge für das tägliche Leben sind oft nicht sichtbar und müssen erst erklärt werden“, sagt Elmenreich.

Abgesehen von Wetter-, Kommunikations-, und Navigationssatelliten, die eine große Rolle im Alltag spielen, sind auch Bedrohungen aus dem Weltall ein Thema, das von der Weltraumforschung berührt wird. „Die Gefahr eines Meteoriteneinschlags darf nicht unerwähnt bleiben. Unser Planet ist im Blindflug durchs Weltall unterwegs, beim Zusammenstoß mit einem – zum Glück relativ kleinen – Asteroiden im Jahr 2008 hat man den Asteroiden erst 20 Stunden vor dem Einschlag entdeckt“, sagt Elemenreich. Vor 66 Millionen Jahren habe jedoch ein viel größerer Einschlag weite Teile der Erdbiosphäre zerstört.

Das Verständnis solcher und anderer Zusammenhänge soll bei KISS vertieft werden. Vorwissen ist keines mitzubringen, es schade aber nicht, sich für den Weltraum zu interessieren – und sei es nur aufgrund von Science-Fiction-Serien, denn: „Hier bedarf es einer Schärfung und Korrektur von machen unrichtig vermittelten Konzepten.“

Für die inhaltliche Qualität bei der KISS-Reihe steht auch die Zusammenarbeit der AAU mit dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF). Die Organisation, die im Bereich der bemannten Raumfahrt mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Politik eng zusammenarbeitet, erlangte durch die Entwicklung eines Raumanzugsimulators internationalen Ruf.

Beim ersten Vortrag stehen aber nicht nur theoretische Überlegungen am Programm, sondern auch astronautische Praxis: Die Teilnehmer werden eine eigene Rakete konstruieren können und diese dann in einer Zeitraffersimulation auf eine Weltraummission schicken.

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