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Das Lernen kennt keine Altersgrenze

Horizonterweiterung und Persönlichkeitsentwicklung sind die treibenden Faktoren, sich im Alter nochmal für Bildung zu begeistern. An der FH werden dafür Formate entwickelt.

Neues Lernen im Alter: Die FH Kärnten forscht an Angeboten für das lebenslange Lernen | Neues Lernen im Alter: Die FH Kärnten forscht an Angeboten für das lebenslange Lernen
© IMAGO/Elena Helade
Neues Lernen im Alter: Die FH Kärnten forscht an Angeboten für das lebenslange Lernen|Neues Lernen im Alter: Die FH Kärnten forscht an Angeboten für das lebenslange Lernen

Schulerfahrungen können unterschiedlich ausgeprägt sein: So mancher denkt nostalgisch an die eigene Schulzeit zurück, während andere sie am liebsten aus dem Gedächtnis streichen würden. In beiden Fällen wirkt sich das Erlebte jedenfalls auf den Zugang zum lebenslangen Lernen aus, wie ein Forschungsprojekt der FH Kärnten nahelegt. In Interviews mit der Generation 55 Plus hat sich herausgestellt, dass jene, die schon in der Schule gut und gerne gelernt haben, das auch für den Rest ihres Lebens so beibehalten.

Wie lässt sich das Lernen im Alter aber bestmöglich gestalten? Dieser Frage ist das Forschungsteam des Projekts AliVe nachgegangen. „Uns ging es darum, die Strukturen und Rahmenbedingungen des lebenslangen Lernens zu analysieren“, sagt Christina Pichler. Die Projektleiterin arbeitet am Altersforschungszentrum IARA der FH und konnte dort eine internationale Forschungspartnerschaft mit Hochschulen aus Irland, Finnland und Tschechien in Gang setzen.

Auch in diesen Ländern wird zum lebenslangen Lernen geforscht, am Ende soll es länderübergreifende Vergleichbarkeit und Lernformate geben. In Kärnten hat man den Bedarf der Lernwilligen über 55 schon in Diskussionsrunden erhoben. Aus den Ergebnissen wurden Kurz-Lehrgänge („Micro-Credentials“) entwickelt, die für die Generation maßgeschneidert sind.

„Unsere Studienteilnehmer wünschen sich informelle Lernumgebungen, bei denen nicht nur der direkte Kontakt zu den Lehrpersonen gewünscht ist, sondern auch der Austausch der Lernenden untereinander“, sagt Pichler. Es gehe den älteren Menschen weniger um formale Abschlüsse, um damit auf dem Arbeitsmarkt zu reüssieren. Vielmehr suchten sie nach Horizonterweiterung und Persönlichkeitsentwicklung, wenn sie sich weiterbilden wollen.

Online-Formate kommen für sie dabei ebenso in Frage wie Kurse in Präsenz, wichtig sei dabei eine gute Mischung aus beiden Elementen. Pichler: „Man spürt, die Menschen möchten in ihrem späteren Leben etwas machen, wofür sie bisher keine Gelegenheit hatten. Erst jetzt ist Zeit für Lerninhalte, die sie wirklich interessieren.“

Christina Pichler FH Kärnten
© Georg Pfluegl
Christina Pichler FH Kärnten

Menschen möchten im späteren Leben etwas machen, wofür sie bisher keine Gelegenheit hatten.

— Christina Pichler

Projektinfo

AliVe steht für „Age-inclusive Lifelong Learning“ (alters-inklusives lebenslanges Lernen) und ist ein Projekt des Altersforschungszentrums IARA an der FH Kärnten. Ab dem zweiten Quartal 2025 werden wieder Menschen über 55 gesucht, um Bildungsangebote zu testen.
Infos: www.iara.ac.at

Diese Seite erscheint in Kooperation mit der Kärntner Hochschulkonferenz. Die redaktionelle Verantwortung liegt ausschließlich bei der „Kleinen Zeitung“.