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Eine Zukunft für Kinder aus Uganda

Die Fachhochschule Kärnten, der Verein "AfriCarinthia" und eine gemeinnützige Organisation in Nord-Uganda engagieren sich zusammen für die Stärkung Sozialer Arbeit im Bildungsbereich.

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An Schulen in Nord-Uganda werden Kinder auf ihrem Weg in die Zukunft professionell unterstützt © FH
 

Die 20 Jahre Bürgerkrieg haben in Nord-Uganda ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur bei den Erwachsenen, sondern im besonderen Ausmaß bei den Kindern. Die Lord's Resistence Army entführte von 1986 bis 2006 zwischen 25.000 und 30.000 Kinder und Jugendliche. Sie wurden teilweise zu Soldaten ausgebildet und im Krieg eingesetzt. Heute sind 22 Prozent der Kinder im ostafrikanischen Staat Waisen und nur 74 Prozent können die Grundschule besuchen.

"Aufgrund dieser tragischen, historischen Hypothek gibt es in Nord-Uganda das 'Phänomen' der 'child headed households'. Diese Kinder sind als Haushaltsvorstand auf sich allein gestellt und vielfach noch für die Versorgung ihrer jüngeren Geschwister zuständig. Man kann sich vorstellen, dass in dieser überfordernden Lebenslage wenig Zeit und Ressourcen für den Schulbesuch übrig bleiben", sagt Sabrina Riedl, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Studiengangs Soziale Arbeit an der FH Kärnten.

FH Kärnten Kinder
Foto © FH Kärnten
Hier setzt die Fachhochschule zusammen mit "AfriCarinthia" und "Anaka Foundation" an. Mit zwei Sozialarbeitern aus der Region wird seit März nach umfassenden Forschungen versucht, die Rolle der sozialen Arbeit an den Schulen von Anaka zu stärken. Durch psychosoziale Betreuung und auch materielle Unterstützung sollen den Kindern neue Zukunftsperspektiven eröffnet werden.

Zum Start des Projekts wurden die konkreten Inhalte mit Eltern, Lehrern, Direktoren und lokalen politischen Entscheidungsträgern diskutiert. "Die Sozialarbeiter sind abwechselnd an den neun teilnehmenden Volksschulen vertreten und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Außerdem besuchen sie auch die Familien, um diese in ihrer Erziehungsfunktion bedarfsgerecht zu unterstützen", erklärt Riedl, die zusammen mit Projektleiter Helmut Spitzer die Initiative betreut. "Das Sozialarbeitsteam versucht etwa, das erweiterte Familiensystemaktiver in die Ausbildung der Kinder miteinzubeziehen und verweist auf die Bedeutsamkeit von qualitativer Bildung, um der Armutsspirale nachhaltig entkommen zu können."

Dem Projekt ging eine Forschungsstudie über die Lebenswelt der Kinder in Nord-Uganda voraus. Das Pilotprojekt läuft zunächst eineinhalb Jahre und wird seitens der FH evaluiert.

Weitere Informationen zum Verein:

www.africarinthia.org