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Mittertrixen

Doch kein Quartier für Flüchtlinge

Das Asylquartier für 50 Flüchtlinge im Schloss Mittertrixen wird nicht umgesetzt. Reaktionen der Bevölkerung haben Betreiber verschreckt.

50 Asylwerbern wollte Unternehmer Klaus Planinz eine neue Heimat im Schloss Mittertrixen geben
50 Asylwerbern wollte Unternehmer Klaus Planinz eine neue Heimat im Schloss Mittertrixen geben © KK/Privat
 

Mit dem Integrationskonzept "Gemeinsam unter einem Dach" wollte Unternehmer Klaus Planinz aus Kühnsdorf etwa 50 Asylsuchenden vorübergehend im Schloss Mittertrixen eine neue Heimat geben. Aufgrund von mündlichen Drohungen seitens der Bevölkerung ist für ihn das Projekt nun endgültig gestorben. "Ich habe mit Widerstand, aber nicht mit Erpressungen gerechnet. Und wenn es um meine Familie geht, verstehe ich keinen Spaß mehr. Es wäre eine Chance für Völkermarkt und vor allem für Mittertrixen und sein Schloss gewesen", sagt Planinz, der einen Anwalt eingeschaltet hat. "Wir werden besprechen, welche Schritte eingeleitet werden", sagt Planinz.

JAGER Unternehmer Klaus Planinz
Unternehmer Klaus Planinz © JAGER

Ich habe mit Widerstand, aber nicht mit Drohungen und Erpressungen gerechnet.  

Klaus Planinz, Unternehmer

Der Unternehmer lebt seit vier Jahren in der Schweiz und wollte neben dem Asylquartier vier Wohnungen zur Vermietung, Räumlichkeiten für Gewerbe und Handel, Sport- und Freizeitanlagen sowie ein Nahheizwerk für die Anwohner errichten. 1,7 Millionen Euro hätten investiert werden sollen, Kapitalgeber für das Schloss wäre eine Schweizer Aktiengesellschaft gewesen. "An der Finanzierung ist es nicht gescheitert. Es hätte gut funktionieren können, wenn die Bevölkerung nicht gegen die Aufnahme der Flüchtlinge gewesen wäre", sagt Planinz. Sein Optionsvertrag mit dem Wiener Schlosseigentümer läuft mit 30. April 2016 aus. "Ich werde in den nächsten Tagen vom Vertrag zurücktreten, wodurch das Schloss dann wieder im Besitz des Wieners ist", sagt Planinz. Dieser soll kein Interesse an der Aufnahme von Flüchtlingen besitzen.

Unterschriftenaktion

Dass es kaum Befürworter gibt, bestätigt Bürgermeister Valentin Blaschitz (SPÖ): "Die Bevölkerung hat Ängste und Sorgen." Der Mittertrixner Josef Sutter selbst startete eine Unterschriftenaktion gegen das Projekt. "Ich kenne einige, die sogar wegziehen würden. Es ist bekannt, dass es Tumulte in Unterkünften gibt. Zudem haben wir Angst vor Diebstählen. Viele von uns sind berufstätig", sagt Sutter. Drohungen gegenüber Planinz seien ihm nicht bekannt. "Ich habe mit ihm ganz vernünftig gesprochen", sagt Sutter. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten auch die Freiheitlichen in Völkermarkt einen Dringlichkeitsantrag. "Die Bevölkerung befürchtet, dass es zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Einheimischen kommt", sagt Stadtrat Gerald Grebenjak (FPÖ).

 

Bei solch einem Projekt muss man auch mit Widerstand rechnen.  

Valentin Blaschitz, Bürgermeister

Vor einer Woche bezogen rund 20 männliche Asylwerber ihr Quartier in der 10.-Oktober-Straße in Völkermarkt. Widerstand gibt es noch keinen. "Bisher sind uns keine Beschwerden bekannt", sagt Blaschitz. Ein gemeinsames Gespräch mit dem Betreiber, der Feuerwehr und dem Bezirkshauptmann soll bald stattfinden.

SIMONE DRAGY