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Illegaler WaffenhandelMafia-Ermittlungen sind Verschlusssache

Zwei Unterkärntner sollen illegalen Waffenhandel betrieben haben und sitzen seit Dezember in U-Haft. Pistolen und Gewehre sollen aus Jugoslawien-Krieg stammen und für Straftaten eingesetzt worden sein.

Die mutmaßlichen Waffenhändler wurden bei einem Polizeieinsatz Mitte Dezember verhaftet © KLZ/Fuchs (Sujetfoto)
 

Mit dem Verkauf von Waffen verdienen sie Geld. Möglicherweise nicht immer legal. Seit Mitte Dezember sitzen der Geschäftsführer eines Waffengeschäftes und sein Vater in der Justizanstalt Klagenfurt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft (StA) Klagenfurt wirft den beiden Männern illegalen Handel mit Waffen vor.

Ansonsten gibt es zu dem Fall keine Auskünfte. Der Akt werde als Verschlussakt geführt, sagt StA-Sprecherin Tina Frimmel-Hesse. Eine gar nicht so seltene Vorgehensweise, die etwa auch bei Drogenermittlungen häufig angewendet wird. Ziel sei es zu verhindern, dass Ermittlungen gefährdet oder dass Personen, die in einen Kriminalfall involviert sein könnten, in Gefahr gebracht werden. Von einer angeblichen „Schutzhaft“ für die zwei Verdächtigen könne aber keine Rede sei. Es handle sich um eine übliche U-Haft, sagt Frimmel-Hesse. Auch der Anwalt der beiden Beschuldigten sieht sich derzeit nicht in der Lage Auskünfte zu erteilen.

Bis zu 200 Schusswaffen

Entsprechend heftig brodelt die Gerüchteküche in Unterkärnten: So hätten die Männer mit Waffen aus dem ehemaligen Jugoslawien gehandelt haben. Diese sollen von den Verdächtigen angekauft und in einer Werkstatt bearbeitet worden sein. Danach sollen sie weiterkauft worden sein – entweder ohne Seriennummer, als umgebaute Waffe oder als „neue“. Das heißt zusammengebaut aus Teilen verschiedener Waffen.
Insgesamt 150 bis 200 Maschinenpistolen und Sturmgewehre sollen so in den vergangenen Jahren die Besitzer gewechselt haben. Die Waffen soll aus dem Jugoslawien-Krieg stammen. Gerüchten zufolge seien die Schusswaffen auch bei Straftaten in Italien verwendet worden. Dort sind die Behörden auch auf die Namen der beiden Kärntner gestoßen. Für Vater und Sohn gilt die Unschuldsvermutung.

Leiche im Stadtwald

Die Ermittlungen wecken Erinnerungen an ein anderes spektakuläres Verbrechen in Unterkärnten, das mit der Mafia in Verbindung gebracht worden ist: Am 5. Oktober 2008 wurde im Völkermarkter Stadtwald eine Frauenleiche entdeckt. Die Italienerin Anna T. war mit vier Pistolenschüssen ermordet worden. Ihre Leiche wurde vom Täter oder von den Tätern in den Stadtwald gebracht, mit Benzin übergossen und angezündet. Es dauerte vier Jahre um das Mordopfer zu identifizieren. Bis heute ist dieses Verbrechen ungeklärt.

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