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BleiburgKunst trifft auf Zerstörung von Natur und menschlicher Existenz

Mit seinem Kurzfilm „NATUR – NATUR“ ist der Künstler Karl Vouk (60) aus Rinkolach/Rinkole im Herbst gleich bei drei renommierten Festivals nominiert. Er arbeitet die Folgen des Bergbaus in Lausitz auf.

Karl Vouk in seiner Bibliothek in seinem Zuhause in Rinkolach. Der Künstler liest sehr gerne © Rosina Katz-Logar
 

Der Kurzfilm zeigt den tragischen Ablauf der Braunkohlegewinnung in Lausitz, einem Gebiet in Deutschland und Polen“, berichtet Karl Vouk über „NATUR – NATUR“. Seit 1924 seien in diesem zweisprachigen Gebiet 136 Orte buchstäblich weggebaggert worden, davon 125 mit sorbisch-deutscher Bevölkerung. „Der Film stellt die Frage nach der Gleichwertigkeit von Verfassungsrecht und Naturschutz“, sagt der zweifache Familienvater. Vor Ort hat er gesehen, wie die bis zu 300 Meter langen Bohrmaschinen mit riesigen Förderbändern eine 100 Meter dicke Erdschichten abtragen, um dann die Braunkohle im Tagbau abzubauen. „Die vertriebenen Menschen bleiben auf der Strecke“, sagt er. Es sei schlimm, wenn aus der einst fruchtbaren und grünen Landschaft eine verödete und unansehnliche Gegend entstehe.

Umsiedlungen der Bewohner

Die Lausitzer Sorben kämpfen durch bergbaubedingte Umsiedlungen um ihr Überleben. Laut UNESCO werden von den zurzeit rund 6700 Sprachen dieser Welt in den nächsten Jahrzehnten die Hälfte verschwunden sein.
Der Kärntner Slowene Karl Vouk, dessen Verwandte während des 2. Weltkrieges zum Teil deportiert wurden, versucht mit seinen Kunstprojekten gesellschaftliche Veränderungen darzustellen und auf Umbrüche zu reagieren. Neben Zeichnungen und Malereien widmet sich der Absolvent der technischen Universität und der Akademie der bildenden Künste in Wien sowie der Meisterklasse der Architektur bei Professor Gustav Peichl auch Kunstprojekten im öffentlichen und sakralen Raum. So gestaltete er das Objekt „Rota“ beim Gemeindehaus in Feistritz ob Bleiburg, den Kreisverkehr „Colatio“ in Slovenj Gradec sowie zahlreiche künstlerische Interventionen in Kirchen.

Zur Person

Karl Vouk wurde 1958 in Klagenfurt geboren. Der Kärntner Slowene lebt und arbeitet in
Rinkolach/Rinkole. Studium der Architektur an der Technischen Universität und Akademie der bildenden Künste Wien. Meisterklasse bei Gustav Peichl.


„Der Film „NATUR – NATUR“ steht symbolisch für jede kleine Volksgruppe, die dem Assimilationsdruck ausgesetzt ist“, sagt Vouk, der gerne wandert, reist und viel liest. „Im strengsten Fall graben sie dir das Dorf weg“, sagt er. Sein Ziel ist das Bewusstmachen der Erhaltungswürdigkeit der Kulturvielfalt. „Sprachen zu lernen ist vernünftig, man muss aber auch seine eigene Sprache haben. Jeder Mensch sollte sich seiner Wurzeln besinnen und entsprechend handeln.“ Mit seinem Film ist Vouk im Herbst bei drei renommierten Festivals nominiert: beim Short Filmfestival in Ljubljana, beim 21. Festival des slowenischen Films in Portorož sowie beim 28. Film-Festival im deutschen Cottbus.

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