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GlobasnitzJunge Archäologen forschen rund um die Kirche von Jaunstein

In Jaunstein proben zurzeit angehende Archäologen die Praxis. Studierende aus Österreich und der Türkei sind drei Wochen lang vor Ort. Am Freitag gibt es eine Führung rund um die Ausgrabungen.

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Die Nachwuchsarchäologen mit Helfern bei der Kirche St. Johann in Jaunstein. Davor hat sich einst ein Friedhof befunden © Maximilian Peter
 

Dass Südkärnten und besonders die Gegend rund um den Hemmaberg reich an archäologischen Funden ist, haben zahlreiche Grabungen der vergangenen Jahre bewiesen. Nun veranstalten der Verein „Gemeinsam für Europa – Österreichisch-Türkische Zusammenarbeit“ und das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) ein besonderes Projekt. In Jaunstein bei der kleinen Kirche des Heiligen Johannes des Täufers am Fuße des Hemmabergs, wo vor einigen Jahren schon Franz Glaser Erstgrabungen durchgeführt hat, wird Studierenden der Archäologie die Möglichkeit geboten, durch eigene Grabungstätigkeit Praxis zu erlangen.
In einem dreiwöchigen Aufenthalt können die österreichischen Studierenden Methoden für das Freilegen von Kirchenarchitektur und menschlichen Überresten kennenlernen, denn einen Hauptpunkt bildet auch die Erforschung des an die Kirche grenzenden Friedhofes. Unterstützt werden die Österreicher dabei von türkischen Studierenden der Universität Ankara.
Sabine Ladstätter, die Direktorin des ÖAI, meint zu dem Projekt: „Gerade auf dem Gebiet der Gräberfeldarchäologie gibt es in der Türkei Aufholbedarf. Daher ist es auch unser Ziel, die Studierenden an die Methoden der anthropologischen Ausgrabung heranzuführen. Letztendlich wollen wir die Beziehungen zwischen österreichischen und türkischen Institutionen verstärken und damit auch zeigen, dass trotz politischer Spannungen die Zusammenarbeit auf wissenschaftlicher und menschlicher Ebene hervorragend funktioniert.“

Auf den Spuren früher Slawen

Die Filialkirche St. Johann in Jaunstein steht auf einem einsamen Hügel. Von der ursprünglichen, bereits 1154 erwähnten Kirche ist heute nichts mehr zu sehen. Das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahr 1678. Die Sakristein wurde 1717 angebaut.
Vortrag. Archäologen des Landesmuseums für Kärnten halten am 26. Juli um 19 Uhr im Pilgermuseum in Globasnitz einen Vortrag zur Geschichte der frühen Slawen. Am 27. Juli gibt es von 13 bis 15 Uhr eine Führung. Treffpunkt bei der Kirche.


Michaela Binder und Helmut Schwaiger leiten die Grabungen vor Ort und freuen sich über die florierende Zusammenarbeit. Inan Kopçuk, einer der türkischen Studenten, erzählt: „Mich fasziniert die Natur hier. Es ist eine wunderschöne Erfahrung, weil alle auch sehr hilfsbereit sind.“ Auch Marie Jakob aus Wien ist von ihrer ersten Lehrgrabung angetan: „Mir gefällt die Arbeit mit menschlichen Knochen. Ich staune immer wieder, wie viel man dadurch über die Lebensbedingungen der damaligen Zeit erfahren kann.“
Begleitet wird das Projekt von einem umfassenden Rahmenprogramm. Am 26. Juli gibt es im Archäologischen Pilgermuseum Globasnitz einen Vortrag von Paul Gleirscher über die Karantanen. Er ist Leiter der Abteilung für Ur- und Frühgeschichte am Landesmuseum und auf die archäologische Erforschung des Ostalpenraumes spezialisiert. Kürzlich hat Gleirscher das Buch „Karantanien. Slawisches Fürstentum und bairische Grafschaft“ herausgegeben.
Interessierte können außerdem am 27. Juli zwischen 13 und 15 Uhr die Grabungen in Jaunstein besichtigen und sich von den Archäologen führen lassen.

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