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VölkermarktFeuerwehr bekämpft den giftigen Bärenklau im Jauntal

Immer wieder müssen die Feuerwehren des Bezirks Völkermarkt dem Großen Bärenklau zu Leibe rücken. Der Saft der Pflanze wirkt toxisch.

Hübsch anzusehen, doch der Saft ist giftig. Der Große Bärenklau muss vorsichtig entfernt werden
Hübsch anzusehen, doch der Saft ist giftig. Der Große Bärenklau muss vorsichtig entfernt werden © Privat
 

Es kommt im gesamten Bezirk immer wieder vor, dass die Feuerwehren gebeten werden, den Riesen-Bärenklau zu beseitigen“, sagt Rahman Ikanovic, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Völkermarkt. Seit einigen Jahrzehnten hat sich die Pflanze, die bis zu dreieinhalb Meter hoch werden kann, rasant verbreitet. Ursprünglich wurde der Große Bärenklau, der aus dem Kaukasus stammt und in Europa als invasiver Neophyt gilt, als Kulturpflanze eingeschleppt. Sein Saft ist jedoch hochgiftig. „Früher haben wir Schutzanzüge verwendet, auf die wir jetzt aber weitgehend verzichten, da die Reinigung aufwendig und teuer ist“, erklärt Ikanovic. Heute konzentriert sich die Feuerwehr auf das kontrollierte Abbrennen der Stauden und gräbt danach noch die Wurzeln aus. Hier muss man sehr sorgfältig vorgehen, sonst wächst der Große Bärenklau im kommenden Jahr nach.

Toxische Reaktion bei Berührung

Der Doldenblütler ist hübsch anzusehen – doch sein Saft löst bei der Berührung mit menschlicher Haut toxische Reaktionen aus. „Dabei handelt es sich um keine Allergie, sondern tatsächlich um eine Vergiftung, die jeden betrifft, der mit dem Saft in Kontakt kommt“, sagt Roland Ebernwein, Leiter des Kärntner Botanikzentrums. Beim reinen Anstreifen passiert nichts, ein verletztes Blatt hingegen kann schon ausreichen, dass sich auf der Haut Schwellungen oder Rötungen bilden. „Die phototoxische Reaktion kann sogar zu offenen Fleischwunden führen“, warnt Ebernwein. Pigmentstörungen können bis zu einem Jahr anhalten.

So kann eine toxische Reaktion ausschauen
So kann eine toxische Reaktion ausschauen Foto © Privat
Dennoch warnt der Botaniker vor Panik. „Ganz ausrotten lässt sich der Große Bärenklau ohnedies nicht. Beim Abbrennen kann passieren, dass man einen besonders guten Boden hinterlässt, auf dem Früchte der Pflanze dann erneut gedeihen“, sagt er. Ebernwein macht darüber hinaus darauf aufmerksam, dass es auch in der heimischen Flora einen Bärenklau gibt. „Er enthält jedoch eine wesentlich geringerer Menge an Giftstoffen. Vom Großen Bärenklau ist er für Laien allerdings schwer zu unterscheiden.“ Da hilft nur eines: Finger weg von Pflanzen, die man nicht genau kennt! Kommt man dennoch mit dem Saft des Riesen-Bärenklaus in Berührung, sollte man unbedingt den Arzt aufsuchen.
Eine nahe Verwandte des Bärenklaus ist übrigens die Engelwurz, die ihm ebenfalls ähnlich sieht und deren Wirkstoff in der Heilkunde verwendet wird.

Einwanderer in der heimischen Flora

Neophyten. Dabei handelt es sich um Pflanzen, die ursprünglich nicht bei uns beheimatet waren, eingeschleppt wurden und sich rasant ausbreiten. Invasive Arten können andere Pflanzen verdrängen. Auszurotten sind Neophyten in der heimischen Flora so gut wie gar nicht. Sie verfügen meist über große Anpassungsfähigkeit.

Riesen-Bärenklau. Er wird auch Großer Bärenklau genannt und stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Nach Österreich wurde er als Zierpflanze gebracht, hat sich aber rasch ausgebreitet. Er bildet in seinem Saft Substanzen, die im Zusammenhang mit Licht phototoxisch wirken. Hautkontakt hat eine Vergiftung zur Folge. Im schlimmsten Fall kann es zu einer blasenbildenden Dermatitis kommen. Auf jeden Fall sollte man dann den Arzt zu Rate ziehen.

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