VölkermarktWirbel in der ÖVP, Franz Jamnig wirft hin

Der Völkermarkter Gemeinderat legte Dienstagabend alle politischen Funktionen - per Facebook-Posting - zurück. Grund: Fehlender Rückhalt in der ÖVP Völkermarkt.

Franz Jamnig ist Gemeinderat und Ausschussobmann
Franz Jamnig ist Gemeinderat und Ausschussobmann © Privat
 

Um 21.40 Uhr per Facebook verkündete Gemeinderat Franz Jamnig am Dienstag seinen Rücktritt aus der Politik. "Aufgrund des fehlenden politischen Rückhalts in der ÖVP Völkermarkt, lege ich mit heutigen Tag meine politischen Funktionen zurück", schreibt er. Jamnig, seit 2009 wieder im Gemeinderat und davor zwischen 1991 und 1994 Stadtrat, wurde nicht als Nachfolger der früheren Stadträtin und Nationalrätin Angelika Kuss-Bergner bestimmt, obwohl es parteiinterne Gespräche darüber gab. "Es wurde einstimmig in der Fraktion beschlossen, Andreas Sneditz zum Stadtrat zu machen. Auch Franz Jamnig hat mitgestimmt. Ich bedaure den Schritt. Wir waren ein gutes Team. Er  hat sich sehr engagiert und hat auch unser Vertrauen gehabt", sagt Kuss-Bergner dazu. Die Wahl fiel auf Sneditz, weil "wir auf die Zukunft bauen wollen und uns verjüngen wollten", fährt sie fort.

Diese Entscheidung sei laut Jamnig aber nicht der Grund für seinen Rücktritt: "Natürlich wäre der Parteiobmann Thema für den Stadtrat, aber ich habe Andreas Sneditz in die Politik geholt, er ist außen vor. Ich wünsche ihm alles Gute. Es geht um die Wertschätzung für geleistete Arbeit und das Vertrauensverhältnis unter den Gemeinderäten ist mir gegenüber nicht mehr da", sagt Jamnig, der schon vor seinem Rücktritt seine Funktion als Gemeindeparteiobmann niederlegte. Neue geschäftsführende Parteiobfrau ist Angelika Kuss-Bergner. Jamnig habe monatelang über die Entscheidung nachgedacht und möchte nicht in die Politik zurückkehren: "Ich bin mit der strategischen Ausrichtung der ÖVP Völkermarkt für die Zukunft nicht einverstanden", sagt er. Kuss-Bergner dazu: "Meine Strategie ist der Blick in die Zukunft und das Vertrauen in die Jugend."

Andreas Sneditz dazu: "Ich hätte sehr gerne mit ihm zusammengearbeitet und finde es persönlich sehr schade." Der nächste in der Reihenfolge wäre nun Reinhold Slamanig. "Wir müssen aber noch darüber sprechen. Es ist noch offen, wer die Funktionen übernimmt", sagt Sneditz.

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