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KärntenHat David Copperfield die Jörg-Haider-Brücke weggezaubert?

Nicht nur das Navi im Auto hat ab und zu Kartenprobleme. Auch das Kagis des Landes kann einen in die Irre führen.

Jörg-Haider-Brücke
Der damalige Landeshauptmann Gerhard Dörfler machte die Lippitzbachbrücke 2009 zur Jörg-Haider-Brücke © Gert Eggenberger
 

Seit dem 12. Dezember 2005 rollt der Verkehr über die Lippitzbachbrücke und erspart Autofahrern Richtung Bleiburg die zwar malerische, aber mühselige Fahrt durch den gleichnamigen Graben. Seit dem 25. Jänner 2009 ist sie nach dem wenige Monate vorher tödlich verunglückten Landeshauptmann Jörg Haider benannt – sein Nachfolger Gerhard Dörfler ordnete das an. Heute ist der Name der Brücke nicht weniger umstritten als die Polit-Inszenierung bei der Eröffnung, von Haider persönlich zelebriert, als die Fahrbahn teilweise orange eingefärbt wurde, die Farbe der damals eben neu gegründeten Partei BZÖ.

Doch halt, hatte da etwa der Magier David Copperfield die Hände im Spiel? Ein Kärntner staunte jedenfalls nicht schlecht, als er dieser Tage für ein Projekt im Kagis, dem geografischen Informationssystem des Landes recherchierte und in den Basiskarten nur auf die alte Route durch den Lippitzbachgraben stieß. Die Jörg-Haider-Brücke ist dort nicht existent – als wäre sie gar nicht gebaut worden.

Auch wenn viele der Brücke liebend gerne wieder ihren alten Namen geben würden, verschwinden lassen wird sie kaum jemand wollen. Und es steckt auch keine subversive politische Aktion hinter der verschwundenen Brücke.

Die Lösung des Rätsels ist viel banaler: Besagtes Kartenmaterial ist, höflich gesagt, schlicht in die Jahre gekommen. Im Jahr 2006 (!) erwarb das Land Kärnten zuletzt vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen die Rechte an der „Österreichischen Karte 1:50.000“ (ÖK50).

Auf dieser Basiskarte im Kagis fehlt doch eindeutig was: die Jörg-Haider-Brücke Foto ©

„Wir werden diesen Hinweis zum Anlass nehmen, um den Datenbestand umgehend zu aktualisieren“, sagt Thomas Piechl vom Kagis-Team. Da sich nicht rasend viel ändere, aktualisiere man die Karten nicht fortwährend, zumal das auch eine Kostenfrage sei. Übrigens, verweist Piechl, habe auch das BEV einen Nachführungszyklus von 12 Jahren, der blattweise erfolgt, was zu Unübersichtlichkeit führt.

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