Merkur im VisierKärntner gleich an zwei Raummissionen beteiligt

Der Weltraumforscher Bruno Besser hat heuer in zwei Weltraummissionen den Planeten Merkur im Visier. Harald Ottacher sucht im Weltall nach Exoplaneten.

So wird es aussehen, wenn die beiden Sonden um Merkur kreisen
So wird es aussehen, wenn die beiden Sonden um Merkur kreisen © Privat
 

Das Institut für Weltraumforschung (ein Teilbereich der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) in Graz ist heuer an zwei Weltraummissionen beteiligt, welche im Herbst diesen Jahres starten sollen. Bei diesen Projekten wirkt auch ein Kärntner mit, der 56-jährige Bruno Besser.

Besser wurde 1962 in St. Martin/Ruden geboren und wuchs in St. Peter am Wallersberg auf. Nach Abschluss der Reifeprüfung am Gymnasium Völkermarkt begann er das Studium Elektrotechnik an der Technischen Universität Graz. „Nach einem Jahr kam ein neuer Professor an die Universität, Siegfried Bauer. Von ihm hatte ich schon viel gehört. Bevor er nach Graz wechselte, um dort Geophysik zu unterrichten, war der gebürtige Griffner in den USA für die NASA tätig. Und da er nun an meiner Universität unterrichten würde, entschloss ich mich, auch Geophysik zu studieren“, erinnert sich Besser. Die Lehre der Geophysik in Kombination mit der Elektrotechnik schürte das Interesse des Akademikers für den Bereich der Weltraumforschung.

Rätsel rund um Merkur lösen

Nach seinem Studium begann Besser als Diplomingenieur der Elektrotechnik sowie als Doktor im Bereich der Geophysik beim Institut für Weltraumforschung in Graz zu arbeiten. Heuer wirkt er – beziehungsweise das Institut – bei der europäisch-japanischen Mission „BepiColombo“ mit, bei der eine europäische sowie eine japanische Raumsonde in die Umlaufbahnen des Merkurs gebracht werden. Damit sollen ungelöste Rätsel des bisher noch wenig erforschten Planeten geklärt werden. „Meine Aufgabe dabei ist jene eines Wissensvermittlers. Ich helfe beim Auswerten der Daten, die die Sonden liefern werden. Beim Bau der Geräte bin ich allerdings nicht involviert. Außerdem beschäftige ich mich mit den Umweltbedingungen des Planeten, um die zu erwartenden Gegebenheiten besser einschätzen zu können.“

KK/Privat So wird es aussehen, wenn die beiden Sonden um Merkur kreisen werden
So wird es aussehen, wenn die beiden Sonden um Merkur kreisen werden © KK/Privat
Anlässlich dieser Mission fand im Bildungshaus Sodalitas auch eine Vortragsreihe zu Fragen der Weltraumforschung statt, bei denen der Wissenschafter neben seinen Kollegen Harald Ottacher sowie Herbert Lichtenegger referiert. Ottacher beschäftigt sich mit der Suche nach Exoplaneten - das sind Planeten, die sich außerhalb unseres Sonnensystems befinden. Ottacher ist dabei an der Cheops-Mission (Characterising Exoplanet Sattelite) beteiligt. Ein großes Ziel dieser Forschungs-Mission ist die Suche nach Atmosphären-Schichten auf  Exoplaneten.

Wichtig ist dem Familienvater zweier Töchter dabei vor allem, jenes Wissen, das das Institut durch die Forschung erhält, weiterzugeben.

„Ich möchte vor allem die Jugend erreichen, deswegen halte ich auch gerne und oft Vorträge vor Kindern oder Schulklassen. Physik ist nicht nur trockene Theorie. Ich möchte junge Menschen ermutigen, vielleicht auch Berufe in Bereichen zu ergreifen, von denen die meisten gar nicht wussten, dass sie überhaupt existieren.“

Faktbox (24d1f491)

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