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Verkehr

Schlechte Karten für den Autobahnknoten Völkermarkt Mitte

Kosten-Nutzen-Faktor für dritten Autobahnanschluss für Völkermarkt ist mit 1,5 sehr gering. Verkehrswirksamkeit steht in keiner Relation zu den Kosten. Das Projekt hat für Land keine Priorität mehr.

voelkermarkt mitte
Seeberg Straße bei Kaltenbrunn, wo sie die A 2 kreuzt. Die Stadt Völkermarkt will hier einen Autobahnanschluss © Hubert Budai
 

Bereits 2009 gab es für die Errichtung des dritten Autobahnschlusses für Völkermarkt, den Knoten Mitte, ein fertig ausverhandeltes Projekt zwischen Land Kärnten und Asfinag. Bei der Präsentation mit dem damaligen Straßenbaureferenten Landeshauptmann Gerhard Dörfler vor ziemlich genau sechs Jahren war von einem Baubeginn Anfang 2010 und Fertigstellung ein halbes Jahr später die Rede. Die 5,3 Millionen Euro für das Projekt hätten kostenteilig von Asfinag und Land Kärnten finanziert werden sollen. Danach hörte man länger nichts mehr davon.

Anrainer an der B 82 dagegen

2013 erklärte der nunmehrige Straßenbaureferent Gerhard Köfer (TS), dafür seien keine Mittel vorgesehen und wurde dafür von Völkermarkts Stadtratsparteien heftig kritisiert. Die versprechen sich davon eine Entlastung der Stadt vom Schwerverkehr.

Hubert Budai Trixnertal Verkehr
Schon jetzt rollen täglich rund 300 Lkw durch Mittertrixen © Hubert Budai

Doch das ist nur eine Seite der Medaille: Die Anrainer an der B 82 in der Kaltenbrunner Siedung und im Trixner Tal – zusammengeschlossen in einer Bürgerinitiative – sowie die Grünen sind gegen diesen Autobahnanschluss, weil sie eine verstärkte Zunahme des Verkehrs, insbesondere des Schwerverkehrs vom Norden in Richtung Autobahnanschlussstelle befürchten.

Verdoppelung des Verkehrs

Und das zurecht: In einer Prognose zum Projekt für das Jahr 2025 würde sich laut Ludwig Gustav Steinwender, Leiter der Unterabteilung Projektierung und Projektentwicklung beim Amt der Kärntner Landesregierung, die Verkehrsfrequenz nördlich der Anschlussstelle von derzeit 3200 auf 6500 mehr als verdoppeln, der Lkw-Verkehr sogar auf 650. Einzig der Bereich zwischen Hofer-Kreisverkehr und Knoten Mitte würde beinahe Lkw-frei werden, die Kfz-Frequenz insgesamt jedoch auf 6500 steigen.

Keine Priorität mehr

Mittlerweile sind die Kosten für das Projekt auf sieben Millionen Euro gestiegen. Dazu ist der Kosten-Nutzen-Faktor mit 1,5 sehr gering. Albert Kreiner, Leiter des Kompetenzzentrums Wirtschaftsrecht und Infrastruktur: „Dieser geringe Faktor ist bestenfalls ein Rechtfertigungsgrund für diese Maßnahme, aber kein zwingendes Argument dafür.“ Für die Asfinag dürften eher die Mauteinnahmen bei den Überlegungen eine Rolle spielen. „Von der Verkehrswirksamkeit her könnte man durchaus darauf verzichten“, sagt Kreiner.

Dieser Anschluss ist nicht unmittelbar zweckmäßig und verkehrsplanerisch durchaus kritisch zu hinterfragen. 

Albert Kreiner, Amt der Kärntner Landesregierung

Laut Michael Gollob, Referent von Landesrat Köfer, habe das Projekt „wegen der Finanzlage des Landes keine Priorität mehr“.

Hintergrund

Der Autobahnanschluss Mitte in Völkermarkt ist eines von drei Projekten, die der damalige Landesrat Dörfler mit der Umfahrung der Bezirksstadt den Völkermarktern versprochen hat. Diese Idee fußt in einer 19 Jahre alten Umfahrungsvariante, mit der die Stadt untertunnelt und via Kaltenbrunn an die A 2 angeschlossen werden hätte sollen. 1996 fassten dafür SPÖ und FPÖ gegen ÖVP und Grüne einen Mehrheitsbeschluss. Doch die Variante war zu teuer und es gab dann keine Umfahrung – bis Dörfler 2007 den Spatenstich für die damals von der SPÖ zu Fall gebrachte Umfahrungsvariante mit dem Lilienbergtunnel setzte.

 

Kommentare (1)

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weti
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Lesenswert?

Völliger Unsinn

Für was bitte braucht dieses Kuhdorf drei Auf und Abfahrten ?

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