St. Kanzian

Uralter historischer Boden

Gegend um Grabelsdorf war durch alle Epochen besiedelt.

 

Von den Fundorten, die wir bisher in Kärnten kennen, kommt die Höhensiedlung auf der Gracarca sicher in die engste Wahl, wenn es um die Frage des Machtzentrums des keltischen Noricum geht“, sagt Paul Gleirscher, Archäologe und Frühgeschichtler am Kärntner Landesmuseum. Nach den wenigen Beschreibungen sei Noreia – sollte es diesen Ort als Stadt gegeben haben – 223 Kilometer von Aquileia entfernt.

Laut Gleirscher also irgendwo in Mittel- oder Unterkärnten.
Seit 1992 leitete er auch Ausgrabungen rund um den Klopeiner See und ist zu einigen bemerkenswerten Erkenntnissen gelangt: So belegen die Fundstücke eine kontinuierliche Besiedlung von 900 v. Chr. bis in das 8. Jahrhundert. Ab 300 v. Chr. bis zur Eingliederung Noricums in das Römische Reich dürfte die Siedlung 1000 bis 3000 Bewohner gezählt haben.

Fundanalysen bestätigen, dass norisches Eisen mit der gleichen Qualität zu Waffen und medizinischen Instrumenten verarbeitet wurde, wie man es in Virunum handelte. Gleirscher setzt den Ort mit Zentren wie Frög in Verbindung, was Funde in einem Fürstengrab aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. belegen. 1966 wurde diese Begräbnisstätte eines Kriegers aus der karantanischen Oberschicht in Grabelsdorf mit hochwertigen Grabbeigaben entdeckt.

VON HUBERT BUDAI

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