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Aufmarsch zum Totenkult

Rund 9000 Kroaten pilgerten am Samstag nach Bleiburg und gedachten wie jedes Jahr dem Nachkriegs-Massaker der Tito-Armee an Ustascha-Anhängern. Die Besucher: Priester, Politiker & Neonazis.

 
Kein Plakat kündigte die Großveranstaltung an, die am Samstag am Loibacher Feld, nahe Bleiburg, stattfand. Und dennoch: Rund 9000 Kroaten waren gekommen, um der Opfer eines der größten Massaker der Nachkriegszeit zu gedenken. Das Treffen findet seit Jahrzehnten statt: eine unentwirrbare Gemengelage aus Kirchenprozession, Totengedenken und unverhohlener Faschismus-Verklärung.

40.000 Ustascha-Anhänger. Die Bleiburger Tragödie: Mit Billigung der britischen Besatzungskräfte wurden 1945 über 40.000 Ustascha-Anhänger von der jugoslawischen Armee aus Kärnten deportiert und hingemetzelt. Eine von Staatschef Tito angeordnete "Rache" für 100.000 Juden, Serben und Partisanen, die zuvor durch die mit Hitler verbündete kroatische Ustascha-Regierung ermordet wurden.

Loibacher Friedhof. Vor dem Loibacher Friedhof steht ein etwa 18-jähriger Bursche mit glatt rasiertem Kopf und raucht. Auf seinem schwarzen T-Shirt ein Bild von Thompson - jenem kroatischen Popstar, der in seinen Liedern die Verherrlichung von KZ-Wächtern mit schnulziger Folkore unterlegt. Unlängst hat die Kärntner Landespolitik einen Thompson-Auftritt verhindert, wenig später hat ihn Jörg Haider als Ehrengast zur EM eingeladen.

Kroatische Innenminister. Wenige Meter entfernt legen Geistliche Kränze vor den Gräbern ab. Mit dabei: der kroatische Innenminister und der zweite Parlamentspräsident. Das Treffen ist in Kroatien umstritten: Präsident Stipe Mesic distanziert sich vom Ustascha-Kult.

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